phantasiod

5
Sep
2006

celewens aktuelle rollenspielberichte

puh. die letzen abenteuer der wackeren kameraden sind umfangreicher ausgefallen als sonst. deshalb hat es mit den berichten auch etwas länger gedauert. und es ist nicht nur ein einfacher bericht geworden. sondern gleich ein vierteiler! die einzelnen berichte finden sich hier: wer sich einen eindruck der gesamtlänge und somit der heftigen arbeit machen will, den sich die bardin (und damit auch irgendwie chronistin) gemacht hat, der kann einfach den phantasiod-thread anklicken und mal ein bisschen scrollen... krass, krass... aber hoffentlich hat es sich wenigstens gelohnt und die lieben lesenden ein wenig freude am nachvollziehen der spannenden abenteuer von yirniar, thorwalgh, navealea, jarwam und mir. und natürlich unserem hervorragenden meister taki!

alles gute,
eure celewen

hline

celewen mag keine calamares

hallo, liebe lesende, wieder meldet sich celewen, die bardin, um über die aktuellsten begebenheiten zu berichten. unsere bunte truppe war einige zeit vor morgengrauen auf dem weg zum hafen von docht, um ein schiff zu besteigen, dass uns nach muh am östlichen rande des meeres zu bringen. wir hatten am vortag angeheuert, und sollten als wache und schutztruppe für die sicherheit des frachtschiffes sorgen. am hafen brachte uns der reeder zu kapitän graubart, der uns über seinen dreimaster führte und uns alles nötige zeigte. das schiff heißt "die perle", ist 45 meter lang und fast neun meter breit. es hat 45 mann besatzung plus uns. wir, das sind:
  • die halbelfische bardin celewen, also ich,
  • der menschliche krieger jarwam,
  • die menschliche priesterin des aserod navealea,
  • der zwergische dieb throwalgh,
  • der elfische waldläufer und magier yirniar,
  • der elfische alchimist omeingott,
  • der elfische krieger viri,
  • der elfische schmied matt,
  • yirniars treuer wolf cone,
  • jarwams junger drachen gant-i-naug.
und da kapitän graubart um unsere ereignisreiche nacht wusste, schickte er uns in unsere kajüte mit den zehn hängematten, auf dass wir erst einmal schlaf fänden. (zwei unserer hängematten blieben natürlich leer. was soll ein wolf mit einer hängematte? und wie soll ein drachen unter deck gelangen?)

als wir erfrischt erwachten, wurden die wachen eingeteilt. der kapitän verfügte, dass wir vier schichten jeweils zu zweit übernehmen mussten, damit immer mindestens zwei leute seiner schutztruppe an deck sind. jarwam fragte mich, ob er mit mir wache schieben könne. ich dachte, vielleicht hat er ja ein schlechtes gewissen wegen seines schlechten benehmens im keller der burgruine zu docht. deshalb bot ich ihm an, dass das wohl ginge. aber nur, wenn er die sechs stunden auf wache ohne einen tropfen alkohol bliebe. das lehnte er ab. jaja, er ist halt nicht stark genug, auch mal auf den bösen geist zu verzichten. so kam es, dass ich von abends bis mitternacht mit thorwalgh zu wachen habe. von mitternacht bis in den morgen sind jarwam und der alchimist dran, von morgens bis mittags dann viri und matt, und mittags bis abends stehen navealea und yirniar an deck.

als ich meine erste wache hatte, verlief alles ruhig. ich habe mit thorwalgh ein paar übungen in fingerfertigkeit gemacht. wir haben mit dem matrosen wilfried ein wenig gewürfelt, was mir ein paar kupfermünzen einbrachte. das war aber nicht wichtig. interessanter war, was wilfried uns so an seemannsgarn gesponnen hat. er meinte, da wir erst nach norden, dann nach osten und zum schluss nach süden immer in gebührendem abstand entlang der küste führen (welche küste? ich konnte keine erspähen!), würden wir am kontinent mittfest, so um den richtungswechsel nach osten, durchaus auf piraten treffen können. das seien menschen, mit denen das schiff des kapitän graubart bislang immer ganz gut zurecht gekommen sei. aber vor ostfest, das zwischen mittfest und muh gelegen sei, dort solle es ganz wüste piraten geben. die seien ungeheuer schnell und hätten seltsame und sehr gefährliche waffen, und nur sehr wenige seien ihnen jemals entkommen. wilfried selbst habe aber noch keine getroffen, und er sei darüber sehr sehr froh. auch die männer von muh seien sehr seltsam. drei seemeilen vor der küste habe die "perle" zu ankern. dann kämen sie herausgefahren in ihren lila roben und völlig verschleiert und übernähmen ihre fracht. noch nie sei er auf muh an land gewesen. das machte uns betroffen, haben wir doch genau das vor. deshalb taten wir letzteres erst einmal als klassisches seemannsgarn ab. am ende der schicht ging ich mit thorwalgh in die kombüse und wir speisten. meine ration rum lehnte ich natürlich ab. was soll ich damit? ich übte noch ein wenig tanzen (es gelang mir sehr gut) und legte mich dann am morgen in meine hängematte.

am nächten tag unterhielt ich mich mit kapitän graubart. ich erzählte ihm von den geschichten des matrosen wilfried, um die wahrheit zu erfahren. leider bestätigte der kapitän wilfrieds geschichten. am späten nachmittag dann gab ich für die matrosen eien kleinen auftritt an deck. die matrosen freuten sich sehr über die abwechslung, und zum ausgleich lernte ich von ihnen noch ein paar seemannslieder. das war schön. während der abendwache habe ich am horizont eine flugechse gesehen. und ich übte wieder ein wenig tanzen, was mir noch besser gelang als zuvor. herrlich, wenn man fortschritte macht. als dann jarwam zur wachablösung kam, haben wir uns wieder ein wenig besser vertragen, als die tage davor und haben versucht, tanz und kampf ein wenig zu mischen. das sah lustig aus, wie ich schlankes weib herumwirbelte und der hüne von mensch mit armen so dick wie meine hüften sich im tanzrhythmus zu wiegen versuchte. das hat spaß gemacht. ich konnte herrlich schlafen.

am dritten tag auf see haben wir uns endlich mit den ringen befasst, die wir auf dem markt von docht gestohlen haben. den einen ring, der das kleine fach mit schlafgift enthält, hatte navealea sich gewünscht, und sollte ihn bekommen. die anderen beiden ringe mit fächern legten wir erstmal weg. von den fünf mit magischen sprüchen geladenen ringen wussten wir nur, dass zwei ringe der unsichtbarkeit sein sollten. die anderen drei konnten wir nicht identifizieren. doch wie der zufall so spielt, hatte yirniar vom alchimisten eine rolle bekommen. diese rolle war eine der vielen, die wir bei den pfahlbauten in einer der untergegangenen welten mitgenommen hatten. (das war da, wo ich zwischenzeitlich in einer seelenfalle gefangen war.) auf dieser rolle wohl stünde ein spruch, der es ermöglicht, magie zu identifizieren. yirniar machte sich gleich auf, diesen spruch zu entziffern und zu lernen. für jarwam hatte der alchimist auch noch eine kleine gabe. er hatte in seinem reiseschränkchen ein kleines elixier, welches das sehen verändere, und dabei weites als sehr nah erscheinen lasse. jarwam schwang sich flugs auf seinen drachen, trank davon und probierte die wirkung aus.

am vierten tag hatte yirniar die rolle entziffert und den spruch gelernt. er war so nett, auch mich den spruch in mein magiebuch schreiben zu lassen, damit ich diesen spruch auch lernen könne. später dann, als navealea, thorwalgh und ich allein in unserer kajüte waren, haben wir uns noch einmal am reiseschränkchen des alchimisten zu schaffen gemacht. wir wussten, dass dort noch ein paar kerne von der frucht des baumes des lebens sein mussten, die yirniar einst in der welt der götter gestohlen hatte. als wir damals von der frucht probierten, verspürten wir wunderbare wirkungen, und die wollten wir wieder erleben. wir fanden das richtige säckchen. thorwalgh und ich aßen denn auch jeder einen dieser kerne, doch traurigerweise passierte nichts. die anderen kerne nahm navealea an sich. da sie priesterin ist, dachten wir uns nichts dabei. mal sehen, was sie damit vor hat.

nachts dann, als ich mich nach der wache mit thorwalgh schlafen gelegt hatte, gab es plötzlich großes geschrei auf deck. ich war völlig schlaftrunken und wollte mich unwillig auf die andere seite drehen und weiter schlafen. doch das geschrei hörte nicht auf und begann, sich mit kampfgeräuschen zu mischen. also stand ich auf und begab mich zur deckluke. was ich dort sah, fand ich sehr beunruhigend. riesige krakenarme hatten sich auf das schiff gewunden. o nein! wir wurden von einem dekapus attackiert! jarwam, yirniar, thorwalgh und die anderen waren bereits damit beschäftigt, dem ungeheuer den kampf anzusagen. ich war plötzlich hellwach. als ich zwei augen des kraken sah, konzentrierte ich mich, und schoss eine salve magischer pfeile dorthin. eines der augen zerplatzte im nu. das andere auge wurde auch von jemandem getroffen. doch zwei weitere augenpaare erschienen, als kämen sie aus dem unförmigen körper des kraken geklappt. gleichzeitig spritzte eine widerliche schwarze flüssigkeit über deck und traf matt. er schrie auf, zog sich zurück und zwei matrosen begannen, ihn mit wassereimern zu übergießen, um die flüssigkeit von ihm abzuwaschen. ich schoss auch auf die anderen augen, in dem gedanken, das ungeheuer blind und somit kampfunfähig zu machen. eine wüste schlacht war im gange. jarwam in vorderster front hatte viel zu tun und schlug ein tentakel nach dem anderen ab. doch er musste auch sehr viel einstecken. als nur noch ein augenpaar des kraken übrig war, hörte ich den schiffskoch etwas schreien, doch ich verstand ihn nicht richtig. ich zerschoss auch das letzte auge des kraken, der inzwischen nur noch eines seiner einst zehn tentakel hatte. als ich traf, wurde es richtig schlimm. der krake verspritzte wie verrückt unmengen der ätzenden schwarzen flüssigkeit über das deck, und jeder der getroffen wurde, schrie auf. mit seinem letzten tentakel schwang der krake sich über deck und verschwand in den weiten des meeres.

während die matrosen beschäftigt waren, die üble flüssigkeit von deck zu schrubben, erklärte uns der schiffskoch, dass er uns davor gewarnt hatte, die augen des kraken zu beschießen. immer, wenn der krake wegen eines verlorenen auges desorientiert sei, verspritze er diese widerliche suppe, und um das zu verhindern, solle man statt der augen nur die tentakel abhacken. wenn man alle zehn tentakel abgehackt habe, würde üblicherweise der rest einfach über bord geschoben. der krakenkörper sei nämlich ungenießbar. die tentakel hingegen umso mehr. und deshalb gebe es am kommenden tage leckere calamares für alle. also ehrlich, ich mag keine calamares. jedenfalls nicht, solange sie noch leben.

und so sind wir nun also mit der reinigung des schiffes und der heilung der verätzungen beschäftigt und harren der dinge, die noch auf uns warten.

euch derweil alles gute,
eure celewen

hline

4
Sep
2006

celewen: schuld ist immer der leibdiener

hallo, liebe lesende, wir ihr wisst, stand ich in den tiefen der burgruine zu docht vor einer tür, hinter der sich ein sehr edler flur verbarg. der passte allerdings nicht zum rest der burg, denn diese stand seit fünfhundert jahren als ruine in der landschaft. es hieß, der baron darin habe sich damals selbst verbrannt, als die truppen der menschen die schlacht um die burg zu gewinnen sich anschickten. seitdem treibe er als untoter sein unwesen. nunja - sollte ich etwa die gemächer des barons gefunden haben, die nun durch magische kraft strahlend und schön erhalten wurden?

vorsichtig lief ich über den edlen roten teppich den flur entlang, auf eine doppeltüre zu, die am ende verschlossen stand. ich lauschte, und hinter der tür vernahm ich leise schritte. neugierig wie ich bin, klopfte ich. es öffnete mir ein fein gekleideter herr unbestimmbaren alters. er sah aus wie ein leibdiener eines reichen mannes. des barons leibdiener vielleicht? der herr sprach, dass er überrascht sei, denn es käme nur selten besuch, und er wollte wissen, wen er dem baron melden könne? ich war verdutzt, nannte meinen namen. ich hatte tatsächlich den weg zum baron gefunden! der leibdiener wies mir einen platz auf einem gemütlichen diwan an und ging, mich dem baron zu melden.

wenig später hörte ich schritte und stimmen vom flur her. nervös erhob ich mich, um mich nortfalls hinter dem diwan verstecken zu können. aber schnell bemerkte ich, dass es meine kameraden waren, die nun endlich auch den weg hierher erkannt hatten. alle waren sie dabei, auch der kräftig angetrunkene krieger jarwam. ich funkelte ihn böse an, aber er merkte davon leider gar nichts. stattdessen schwankte er und lallte die ganze zeit vor sich hin. "mulla mulla" oder sowas. vermutlich glaubte er zu singen.

die priesterin navealea versenkte sich in gebete und schwang ihre arme in beschwörenden gesten umher. kurz darauf kam der leibdiener zurück und schaute leicht verdutzt auf unsere ansammlung. er erfrug aller anwesenden namen, um uns dem baron zu melden. außer nevealeas. sie schien er nicht zu sehen. seltsam.

etwas später kam er zurück und führte uns in durch einen weiteren flur in einen speisesaal. der im flur überkam uns alle ein schauern. links und rechts an den wänden saßen auf gepolsterten stühlen jeweils fünf lebensgroße puppen. sie sahen alle wie junge damen aus, und das sehr echt. ich hatte das gefühl, von ihnen beobachtet zu werden, obwohl die puppen, wie zu erwarten, völlig starr auf ihren stühlen verharrten. ein ganz schlechtes gefühl überkam mich. und die anderen offensichtlich auch...

im speisesaal stand eine lange tafel. als wir dem leibdiener weiter folgten, sahen wir am ende der tafel eine gestalt. sie saß auf einem edlen stuhl, hatte aber ihren kopf auf die tafel gesenkt. als wir näher kamen, mussten wir zu unserem schrecken feststellen, dass diese gestalt tot und völlig verfallen war! an ihr hingen kleidungsreste, und beim vergleich mit einem großen gemälde an der wand hinter ihr konnten wir uns unschwer zusammenreimen: diese leiche war die leiche des barons! im rücken der leiche steckte ein dolch. der baron hatte sich also gar nicht verbrannt, er war ermordet worden.

der leibdiener schien das alles nicht zu bemerken. er war sehr sonderbar. ohne aufhebens um den toten baron zu machen, bat er uns, platz zu nehmen. er wolle gehen, und einen aperetif bringen. und er wollte dem baron bescheid geben. dem baron bescheid geben? aber dessen leiche lag doch vor uns, über die tafel gesunken! der butler verschwand in einer seitentür.

ich zog der leiche den dolch aus dem rücken. dabei fiel sie noch mehr in sich zusammen. navealea und der priester von docht wollten ein (mehr oder weniger improvisiertes) beerdigungsritual zelebrieren. dazu packten wir die leiche so gut es ging in ein tuch, dass wir fanden und trugen sie durch den saal und vorflur. als wir die doppeltür des vorflurs öffnen wollten, fanden wir sie verschlossen. auch mit den dietrichen des zwergendiebes thorwalgh ließ sie sich nicht öffnen. wir saßen in der falle. was sollten wir tun?

thorwalgh verlor als erster die nerven. yirniar wollte ihn noch abhalten und warnte ihn vor den puppen, doch es war zu spät. der zwerg hieb der erstbesten eines seiner stachelbewehrten wurfgeschosse mitten ins gesicht. wusch! ehe wir uns versahen, waren die puppen zu leben erwacht und griffen uns an. sie waren schnell. zu schnell für uns! kaum konnten wir ihren bewegungen folgen. zum glück stand ich hinter den anderen. ich bückte mich und zündete in panik die leiche des barons an, die zum glück schnell feuer fing. vielleicht würde die feuerbestattung dem unheiligen treiben ein schnelles ende setzen? leider nein. verzweifelt kämpfte unserer truppe gegen die puppen an. jarwam schien von jetzt auf gleich nüchtern zu sein und war beim kampf ganz in seinem element. es gelang ihm sogar, eine der puppen längs zu spalten. die beiden teile der puppe lagen auf dem boden und fuchtelten unkoordiniert weiter. jetzt sahen wir alle: die puppen waren aus holz. mit großer verzweiflung kämpften wir gegen die verbliebenen neun puppen an, doch sie setzten uns eine wunde auf die nächste zu. thorwalgh versuchte sogar, eine der puppen auf das feuer der brennenden leiche in ihrem tuch zu werfen, doch sie klammerte sich an ihm fest und zog ihn mit sich. eine katastrophe bahnte sich an!

dann kam der leibdiener zurück. mit ausdruckloser stimme bat er die puppen zur ruhe. sie gehorchten prompt und setzten sich auf ihre stühle. wir waren verwirrt und erleichtert zugleich. ohne die rückkehr des leibdieners wären wir bald am ende gewesen. doch offensichtlich waren wir diesem unheimlichen untoten ausgeliefert. was konnte uns nur vor ihm retten? yirniar und ich hatten gleichzeitig eine idee, die yirniar ohne noch lange zu überlegen umsetzte. aus seinen wunden troff das blut. er nahm etwas davon und schleuderte es auf den leibdiener...

ein markerschütternder schrei drang aus des leibdieners kehle. er drehte sich um und rannte von dannen. um ihn herum verlor der raum all seine pracht und eleganz. wir fanden uns unversehens in fünfhundert jahre verlassenen und verfallenden ruinen wieder. nur die puppen saßen noch an ihrem platz, und wir hüteten uns, ihnen auch nur nahe zu kommen. stattdessen hörten wir ein rumpeln, welches uns aus unserer schreckstarre zurückholte. da unser ausgang verschlossen blieb, rannten wir durch den ehemaligen speisesaal und durch die seitentür, in der der leibdiener verschwunden war. wir durchsuchten einige räume, bis wir ihn in einem kleinen zimmerchen entdeckten. er stand auf den vermodernden resten eines bettes und wimmerte: "ich war es nicht. ich war es nicht. ich war es nicht..." aus dem stolzen leibdiener war ein jämmerlicher untoter geworden. doch so jämmerlich, wie er erschien, blieb er nicht. nachdem er unsere anwesenheit bemerkt hatte, wandelte sich sein wimmern und ein böses kreischen und er griff uns an. in dem scharmützel schaffte er es, thorwalgh in die schulter zu beißen. da mir schwacher frau nichts besseres einfiel, griff ich zu meinem kleinen schlauch, in dem geweihtes wasser war und bespritze damit den leibdiener. der schrie auf, und seine seite begann zu dampfen. navealea hatte glücklicherweise ebenfalls noch weihwasser, und so konnten wir dem untoten den garaus machen.

als wir den weg zurück gingen, den wir gekommen waren, waren die türen nur noch modernde holzreste. wir hatten keine hindernisse mehr vor uns. also zündeten wir noch den raum mit den holzpuppen an in der hoffnung, dass sie verbrennen mochten, und verließen eilends die burgruine.

es war nun spät in der nacht, fast schon auf den morgen zu. wir liefen zum wirtshaus "zum eber", wo wir den wirt willibald antrafen, der wie versprochen bereits alles zu unserer vereinbarten abreise bereit gelegt hatte. er brachte uns noch speis und trank und binden, um die wunden zu verbinden. mit dem letzten rest weihwasser konnte ich das durch den biss des untoten bei thorwalgh entstandene nekrotische gewebe entfernen. (ein zwerg ist ja schon schlimm, aber ein untoter sollte er nun wirklich nicht werden!) navealea und der priester von docht versorgten noch so gut es ging die verletzten. so konnten wir uns lädiert aber sonst recht wohlauf auf den weg zum hafen machen, um unser schiff nach muh zu besteigen. und davon berichte ich dann beim nächsten mal.

alles gute,
eure celewen

hline

celewen kriegt haue

hallo liebe lesende, wie ihr wisst, war ich mit dem zwerg thorwalgh des nachts auf dem weg zur burgruine von docht. dort waren, wie wir dachten, unsere kameraden bereits damit beschäftigt, untotes treiben zu beenden. der legende nach soll sich nämlich vor fünfhundert jahren ein baron (der sich auch noch mit den echsenmenschen verbündet hatte) daselbst verbrannt haben, als er gegen die eindringenden truppen der menschen keine chance mehr sah. und seitdem treibe er dort sein unwesen. so hatten es uns der wirt des gasthauses "zum eber" und der ortsansässige priester des aserod übereinstimmend erzählt. der priester war deshalb auch mit unseren kameraden hinauf zur burgruine gekommen, um gemeinsam mit navealea dafür zu sorgen, dass aserod die rastlose seele zu sich nehmen möge.

so kamen wir, thorwalgh und ich, also dort oben an. und sahen unsere freunde in untätigkeit herumlungern. wie sie uns erklärten, hätten sie böse magie gespürt, flüstern gehört und ansonsten ausßer erkundungen nichts erreicht. nun sollte thorwalgh im saal der burg nach geheimen türen und ähnlichem suchen, aber auch er fand nichts. ansonsten gab es noch eine tür, die in dunkelheit hinab führten. mir wurde erzählt, dass die truppe versucht habe, hinab zu steigen, aber kein ende erreichen konnte. statt dessen seien ihre fackeln irgendwann einfach ausgegangen und sie hätten im dunkeln gestanden. und nicht nur das: der weg hinauf sei doppelt so lang gewesen wie der hinab. (jaja, dachte ich mir, bergauf kommt mir auch immer doppelt so lang vor wie bergab. aber das behielt ich für mich.)

als wir im saal standen, kam irgendwer auf die idee, dass wir den weinkeller der burgruine noch nicht durchsucht hätten. ach, ich bin gebranntem und gegorenem ja nicht sonderlich gewogen, aber vielleicht würden wir dort ja einen anhaltspunkt finden. also gesagt getan, wir gingen zum weinkeller. der war in der tat imposant. voller flaschen und fässer. und die waren seit vermutlich fünfhundert jahren unberührt. wir durchsuchten also diesen keller, aber fanden nichts, was uns weiterhelfen konnte. aber.

aber natürlich war dies ein ort, an dem jarwam sich nicht zurück halten konnte. eines der regale war mit gebranntem aller art vollgestellt. und falls ihr, liebe leser es vergessen haben solltet, der krieger jarwam ist gebrannten getränken weit über das gesunde maß hinaus zugetan... er erklärte also prompt, er wolle von jeder der hier gelagerten sorten "probieren". und es waren fast dreißig sorten branntwein. kurz und gut: jarwam kündigte an, sich an ort und stelle besaufen zu wollen.

das war mir zu viel. wir stehen in einer alten burg, umgeben von böser magie, wollen einen vor fünfhundert jahren verbrannten untoten ins reich der toten schicken, und der kerl fängt an zu saufen! ich hasse branntwein! er macht die menschen zu törichten sabbernden kranken! nein, das kann nicht angehen! jarwam hatte bereits einige flaschen und krüge "gekostet", als mir der kragen platzte. ich nahm eine flasche und schlug sie kaputt. ich musste dem närrischen treiben einhalt gebieten.

whamm! ein wahnsinnshieb ließ mich durch den halben keller fliegen. dieser miese dreckskerl hat es doch tatsächlich fertig gebracht, eine frau zu schlagen! noch leicht benommen, verfluchte ich die geistigen getränke und die menschen, die sich ihnen hingeben.

gegen einen mächtigen krieger, auch wenn er angetrunken ist, konnte ich nichts ausrichten. der würde weiter saufen, da konnte ich machen, was ich wollte. ich war geladen wie das gewitter über der burg. in dieser mordsstimmung zog ich ab, raus als diesem sündenkeller. ich ging über den burghof und zum saal. dann stürmte ich wütend die dunkle treppe hinunter, die den anderen solche rätsel aufgegeben hatte. irgendwer muss mir bis zum abgang gefolgt sein, glaube ich, denn ich hatte irgendwen gehört. aber das war mir egal. im dunkeln stapfte ich hinab, stufe um stufe und absatz um absatz. nach sieben absätzen stand ich vor einer tür. hier verschnaufte ich erstmal und versuchte, mir zu beruhigen. jarwam, dieses miese a.... ach, egal! nicht dran denken. soll er doch bleiben, wo der pfeffer wächst. nach ein paar minuten hörte das zittern meiner wut auf. ich rief die treppe hinauf nach meinen leuten. nichts. völlig stille. noch einmal. rufen. warten. nichts.

nun stand ich also allein im dunkel, sieben treppenabsätze unter dem saal der burg, vor einer tür. ich schob sie ein wenig auf.

hinter der tür erblickte ich einen flur. aber was für einen! da war nichts von ruine. ganz im gegenteil! da war ein edler dicker roter teppich. da waren spiegel an den wänden. und kerzen tauchten den flur in licht. und gold und brokat verzierten die wände. vorsichtig trat ich ein.

so, liebe leser, und weil ich jetzt eine pause brauche, muss ich euch auf das nächste mal vertrösten mit dem dramatischen fortgang der ereignisse. immerhin habe ich beim letzten mal ja schon angedeutet, dass des zwerges unbedachtheit wieder mal für stress sorgen wird. das erfahrt ihr bald.

und bis dahin alles gute,
eure celewen

hline

3
Sep
2006

celewen als miststück und diva

seid gegrüßt, liebe lesende. wie ihr euch sicherlich erinnert, wollte ich mit thorwalgh in der stadt docht im gasthaus "zum eber" einen auftritt geben. während wir beide uns um die dekoration und andere vorbereitungen kümmerten, zogen die anderen bereits hinauf zur burgruine, um irgendwelchem gespenstischen treiben ein ende zu bereiten. da vermutlich längere zeit in der nacht beanspruchen würde, wollten thorwalgh und ich nachkommen, wenn unser fest zu ende ist, also irgendwann des nachts.

nun war ich zwei tage zuvor mit der priesterin navealea auf dem markt bummeln, und sie hatte einen netten schmuckhändler erspäht, der so manches kleinod unter dem tisch verborgen hatte. darum wollte ich mich noch kümmern und hatte thorwalgh als fachmann für die kostenfreie aneignung beweglicher sachen zu rate gezogen. der plan war einfach: ich gehe zum händler, schaue ihm tief in die augen, rücke mein dekolleté zurecht und während der händler derart abgelenkt ist, schnappt thorwalgh die gewünschten ringe und verzieht sich damit. einfach, nicht?

als wir zum marktplatz gingen, saß neben dem händler noch ein bursche, der mit der politur diverser schmuckstücke befasst war. erste reaktion: mist. zweite reaktion: genial! ich bin ja schließlich keine meisterin der magie wie meister yirniar. aber als halbe elfe und bardin kriegt man im laufe der zeit doch schon das eine oder andere mit, was sich im leben als durchaus nützlich erweisen sollte. also wies ich thorwalgh an, sich möglichst unsichtbar zu halten und besuchte meinen lieben schmuckhändler. ich ließ mir all die schönen sachen zeigen, klimperte mit den augen und um auch wirklich sicher zu gehen, wandte ich ein bisschen magischen charme an. als der herr händler schon ganz verzückt war, schaute ich verstohlen zu seinem burschen und für ihn hatte ich noch einen kleinen magischen spuk vorbereitet. hach, ich hätte beinahe lachen müssen, als der bursche so plötzlich die gesichtsfarbe wechselte und schreien auf und davon rannte. hihi. und das war der moment - thorwalgh bekam sein zeichen, hätte aber bestimmt auch ohne dieses genau jetzt zugegriffen, und verzog sich mit der beute. der völlig verdutzte händler schaute erst dem burschen nach, dann zu mir. und dann schauten wir zu den schatullen und - o nein! - die ringe waren weg! es war natürlich schnell zu klären, dass das nur der böse bursche gewesen sein konnte.

zur stadtwache konnte der händler bei diesem ganz speziellen verlust nun auch nicht, denn es hatte sich schon zwei tage zuvor herausgestellt, dass magische ringe in dieser stadt als heiße ware zu betrachten sind. schade für den armen händler. immerhin waren die ringe meiner schätzung nach lockere zehntausend goldstücke wert! als trost für den händler kaufte ich ihm einen silberring mit einem obsidian für fünfzehn goldstücke ab. (der war lockere 25 goldstücke wert, aber der kerl war schon so durcheinander, dass er das auch nicht mehr richtig mitbekam.) und um meine tröstungsversuche noch zu steiern, lud ihn den armen narren zu meinem auftritt am abend als ehrengast ein.

zurück im gasthaus "zum eber" freuten thorwalgh und ich uns wahrlich spitzbübisch, und seitdem schmiere ich ihm immer wieder auf's brot, wie toll doch geplante und damit risiko minimierende maßnahmen sind im vergleich zu seinen spontanen chaos-aktionen, die uns alle nur unnütz in gefahr bringen. ich sollte mich noch wundern, wie eindringlich ich in der kommenden nacht an diese worte erinnert werden sollte...

jedenfalls hatten thorwalgh und ich einen hervorragenden auftritt an diesem abend. er gab wieder den seiltanzenden zwerg (wer hat sowas schonmal gesehen?!). und ich sang und schlug die laute, dass die leute schier aus dem häuschen waren. erst gab es die sauf- und stimmungslieder, damit der wirt willibald ordentlich zu tun habe. als dann mein ehrengast, der von uns bestohlene schmuckhändler kam, begrüßte ich ihn ganz persönlich von meiner bühne aus und sang ihm ein lied von glitzernden steinen, die eines mädchen beste freunde sind, und er war davon so ergriffen, dass er mir hernach mehr als alle anderen in den hut warf. gegen ende, damit auch thorwalgh ein bisschen ruhe auf dem seil bekam, welchselte ich zu den liedern von liebe und sehnsucht. mein publikum waren großenteils die soldaten der hiesigen garnison, und welcher von diesen vermisste nicht eine oder seine frau. da begann ein großes kummersaufen, und der wirt willibald hatte fast noch mehr zu tun als beim ersten teil.

als unser programm zu ende war, strahle der wirt über beide backen, denn er hatte einen umsatz gemacht wie seit sehr langer zeit nicht mehr. er war deshalb ganz traurig, dass wir seine behagliche herberge verlassen wollte. aber unser plan war nuneinmal, gleich zu unseren kameraden auf der burgruine zu stoßen, die gespenstischen vorgänge dort oben zu beenden, und möglichst noch vor sonnenaufgang beim hafen zu sein, um unser schiff vor dem auslaufen zu erreichen. also gaben wir dem wirt willibald, was wir ihm schuldig waren, und er versprach, alles, was noch an dingen unserer truppe im gasthaus war, für uns zu richten und ein großes paket wegzehrung für uns alle hinzuzutun.

so machten thorwalgh und ich uns auf zur burgruine von docht, um unseren kameraden zu helfen. aber das erzähle ich euch beim nächsten mal.

liebe grüße,
eure celewen

hline

21
Aug
2006

celewen, die stadt und die hektik

seid gegrüßt, liebe lesende, wie ihr euch sicher erinnert, habe ich mit meiner bunten schar die stadt docht erreicht. im gasthaus "zum eber" fanden wir nach der kargen zeit in der wüste endlich ein gutes mahl und dazu eine bequeme schlafstatt.
am ersten morgen nach unserer ankunft frühstückten wir ausgiebig und beratschlagten, was wir nun tun sollten. eine der ersten fragen an den wirt willibald war die nach schneider, schuster und kürschner. immerhin hatten kleidung und rüstung vor allem unserer kämpfenden mitstreiter doch arg gelitten. der wirt verwies uns an das schneiderhaus franz, welches das beste am orte sein soll. also gingen wir dort hin, und tatsächlich fanden wir dort allerhand feine sachen. thorwalgh der zwerg musste dabei natürlich gleich besonders dick auftragen, und ließ sich gleich zwei komplette garnituren feinster art auf den dicken leib schneidern, wofür er unbescheidene 800 goldstücke ausgab! dagegen war ich weitaus bescheidener. vom schneidermeister persönlich erstand ich einen sandfarbenen umhang mit allerlei eingenähten taschen und eine in hiesigen breiten übliche kopfbedeckung für drei goldstücke.

hernach pilgerten die männer zum schuster und zum kürschner, während ich mit navealea über den marktplatz zog, um die auslagen der händler zu studieren. bei einem ringhändler sahen wir einige schmucke stücke. allerdings interessierten wir uns besonders für die ganz speziellen ringe, einerseits die mit den kleinen fächern, andererseits die mit besonderen kräften. eine vorbeiziehende stadtpatrouille wollte der händler noch abwarten, ehe er uns ein paar unter seinem stand versteckte preziosen zeigte. die ließen wir uns vorläufig reservieren, mit der begründung, dass wir zunächst einen örtlichen geldwechsler aufsuchen müssten.

nach diesen vormittäglichen besorgungen traf sich unsere truppe wieder, und wir statteten dem stabshaus einen besuch ab. das stabshaus ist wohl sowas wie das hiesige rathaus, nur dass es eben von militär betrieben wird. hauptmann viril hatte uns ja am vortag bereits angemeldet, so dass wir problemlos von einem wachkommando zum stabschef geführt wurden. dort plauderten wir ein bisschen. vor allem interessierte ihn, wie und warum wir ausgerechnet durch die wüste südlich der stadt gekommen seien, was aufgrund des angeblichen krieges mit den dort angeblich ansässigen echsenmenschen ein verständliches interesse war. wir erzählten so gut es ging unsere geschichte und erfuhren im gegenzug viele interessante details über die hiesige stadt und die welt, in der die sich befindet.

den abend verbrachten wir zunächst im gasthaus mit speis, trank und spiel. hernach zog es uns aber zu der alten burgruine, die uns bereits vom stabschef der stadt beschrieben, aber nicht näher erklärt wurde. thorwalgh begleitete uns diesmal nicht, weil er noch "geschäftliches" zu erledigen habe, wie er behauptete. das vortor der burg war verschlossen, aber mit einem hünen wie jarwam war das kein problem. in der burgruine allerdings überkam uns ein ungutes gefühl. wir durchstöberten das alte gemäuer, und vom wehrgang der burg hatte ich auch einen herrlichen blick auf das meer, den hafen und die stadt. in der stadt, so schien mir, war bei den kontoren der handelszunft allerlei los. das verwunderte mich zwar, aber viel zeit, darüber nachzudenken hatte ich nicht. denn es zog ein unwetter herauf. im licht der blitze meinte ich hier und da in der burg fremde gestalten zu sehen. wir beschlossen, besser zurück in die stadt zu geben. navealea sollte am kommenden tage einen ortsansässigen priester des aserod fragen, ob der genaueres darüber wisse.

zurück im gasthaus erfuhr ich denn auch, was es mit dem treiben beim kontor auf sich hatte. die "geschäftliche" tätigkeit thorwalghs bestand nämlich darin, dass er es wieder einmal nicht lassen konnte, seiner diebischen berufung nachzugehen. bei seiner wilden flucht hatte der zwerg sich dann entschlossen, im "etablissement", dem örtlichen freudenhaus, eine rast zu machen. seine beute bestand in einem dicken umschlag, hatte er unter einem stein vor dem "etablissement" versteckt. er bat yirniar, diesen umschlag dort zu holen. der elf tat dies, allerdings wirkte er auf mich ein bisschen geknickt, als er vom freudenhaus zurück kam. (warum auch immer...)

in dem umschlag befanden sich, fein säuberlich in wasserfestes ölpapier gewickelt, drei karten. das fanden wir zunächst recht enttäuschend, bis navealea auf die idee kam, dass vielleicht geheime botschaften darauf verzeichnet sein könnten. da war dann unser alchimist in seinem element, und tatsächlich beförderte er fremdartige schrift zu tage, die mit unsichtbarer tinte auf die rückseite der karten geschrieben wurde. yirniar musste länger darüber grübeln, doch seine kenntnis fremder sprachen half ihm, die zeichen zu entschlüsseln. was da stand, habe ich mir nicht gemerkt, aber navealea hat alles aufgeschrieben.

am kommenden tage begab ich mich mit navealea zum totenanger der stadt. erstaunlicherweise schlief der priester noch, obwohl die jünger des aserod als frühaufsteher gelten. er erklärte dies damit, dass in der letzten nacht durch das unwetter einige leichen an die küste gespült wurden, um die er sich kümmern musste. angesprochen auf die burgruine erfuhren wir, dass dort bis zum letzten krieg vor 40 jahren ein baron gehaust hatte, der mit den echsenmenschen gemeinsame sache gemacht hatte. es hieß, er habe sich selbst verbrannt, als er alles verloren sah, und seine seele wandele noch immer dort oben herum. natürlich fragten wir den priester, warum er nicht aserod gemäß den toten zu seiner letzten ruhe gebracht habe. die antwort war, dass es mehr als nur unruhige seelen seien, uim die ginge, sondern auch um allerhand schwarze magie, und das sei ihm eine nummer zu heftig. die priesterin in navealea protestierte aufs schärfste, und so wurde durchgesetzt, dass in der kommenden nacht unsere truppe dort oben für ruhe sorgen werde. nunja...

ich ging danach zum haus der reederei der handelszunft. am vortag hatten wir nämlich bereits beschlossen, dass wir eigentlich recht bald über's meer weiter ziehen wollten. der reeder wies auf ein schiff, welches gerade emsig beladen wurde. am kommenden tag kurz vor sonnenaufgang sollte es auslaufen. auf die frage, wann dann das nächste schiff ginge, musste ich erfahren, dass das nach plan erst in gut drei wochen der fall sei. mist! ich bat ihn, uns die noch freien plätze bis zum nachmittag zu reservieren. dann würde ich bescheid geben, ob wir sie in anspruch nähmen oder nicht.

über den mittag beratschlagten wir dann, wie wir weiter vorgehen würden. es wurde beschlossen, das schiff zu nehmen. vor dem hintergrund von thorwalghs diebstahl keine schlechte idee, dachte ich bei mir selbst. wir würden also gegen abend auf die burgruine gehen und hoffentlich erfolgreich sein. thorwalgh und ich hingegen blieben vorerst in der stadt, weil wir dem wirt schon am vortag versprochen hatten, am abend im gasthaus mit gesang und tanz aufzutreten. nach dem fest würden wir zu den anderen auf der burg stoßen. alldieweil würde der wirt unsere sachen richten, damit wir vor morgengrauen zum hafen gehen könnten. damit konnte ich nun also denn reeder unterrichten, dass wir mit dem schiff fahren würden.

so, und jetzt sind eile und hektik in mit aufgekommen. mal sehen, ob das alles so klappt, wie es besprochen wurde. ich halte euch auf dem laufenden.

liebe grüße,
eure celewen

hline

4
Jun
2006

celewen schnuppert stadtluft

seid gegrüßt, liebe lesende, ich glaube, ich sehe land. als ich das letzte mal berichtete, stand ich mit meinen leuten am rande einer wüste. ringsum nur sand, geröll, ein paar hügel, die wie steinhaufen aussahen, kaum vegetation. keine wirtliche gegend also. bei der gelegenheit haben wir eine inventur veranstaltet. ich durfte feststellen, dass ich ein paar waffen angesammelt hatte, die mir einfach zu schwer waren. also habe ich einige davon weggelegt. was weniger schön war: auch die wunderhübschen fünf edelsteine aus dem portal waren verschwunden. ich dachte ja zuerst, dieser diebische thorwalgh hätte sie entwendet, aber er musste leider seine fünf steinchen ebenfalls missen. wir haben uns geeinigt, dass bestimmt mirowalgh dahinter steckte. der war aber auf und davon, so dass wir uns mit reichlich gold und silber begnügen mussten. nunja...

nachdem wir feststellen mussten, dass auch unsere vorräte an nahrung verdorben waren, nahm sich navealea freundlicherweise die zeit, im rahmen ihrer magischen möglichkeiten speis und trank zu erbeten. ihr gott scheint dahingehend allerdings eher frugale vorstellungen zu haben. kurz: es war genug für alle da, aber nach den köstlichkeiten im portal mussten wir dieses mal auf olfaktorische, optische und haptische qualität verzichten. kurz: es war nicht lecker, aber es machte immerhin satt.

yirniar und viri waren so gut, die geschrumpften dracheneier weg zu schaffen. sie lagerten sie in irgend einem berg oder hügel, der nicht allzu weit weg sich erhob. mir ist es ehrlich gesagt ziemlich egal, wo die dinger jetzt sind. ich bin einfach froh, dass ich sie nicht mehr am hals hab.

gegen abend tat sich ein weiteres problem auf. der krieger jarwam wurde sehr unleidlich. offensichtlich litt er am mangel geistiger getränke. ich versuchte, ihm gut zuzureden, dies als gelegenheit zu nutzen, sich endlich von diesem schweren laster zu befreien, aber er knurrte mich nur unwirsch an. irgendwann begann er, den alchimisten anzubetteln, ihm einen brannt zu bereiten. dem alchimisten jedoch fehlte es an den nötigen ingredenzien. dann aber fiel ihm ein, dass er noch ein gefäß bei sich habe, in dem sich eine tote eidechse befände. das war noch nicht zu des kriegers erheiterung angetan, jedoch stellte der alchimist klar, dass diese tote eidechse in einer gebrannten flüssigkeit eingelegt sei. er zeigte allen seinen besitz und meinte, er könne die tote eidechse ja trocknen und pulverisieren. dann könnte jarwam den brannt trinken. dieser verzog das gesicht. thorwalgh, der dumme zwerg, kam daraufhin auf die idee zu meinen, dass jarwam dieses eklige gesöff nicht trinken werde. ha! ich kenne doch menschen, wenn sie dem brannt verfallen sind! ich wettete mit thorwalgh um drei goldstücke, dass er diese brühe tatsächlich trinken werde. aber seit wann glaubt ein sturer zwerg einer schönen frau etwas, und sei es noch so logisch? wie zu erwarten siegte des kriegers traurige notdurft über seinen stolz, und ich habe kein schlechtes gewissen, auf diese weise drei goldstücke gewonnen zu haben.

am kommenden morgen einigten wir uns nach einem erkundungsflug von jarwam mit seinem drachen darauf, dass wir uns zu einer stadt begeben sollten, die etwa vier tagesmärsche gen norden gesichtet worden war. allerdings war die aussicht, vier tage durch öde wüsten zu ziehen, nicht sehr erbaulich. deshalb beschlossen wir, dass der drachen gant-i-naug uns mit vier flügen alle bis etwa auf einen halben tagesmarsch an die stadt heranfliegen sollte. von dort an wollten wir laufen, auf dass die bewohner der stadt nicht gleich durch den anblick eines fliegenden drachen in angst und schrecken versetzt würden. nachdem wir also dann binnen eines tages der stadt näher gekommen waren und dort noch eine nacht ruhten, gingen wir auf die stadt zu.

ein stück vor der stadt trafen wir auf einen trupp arbeiter, die offenbar damit beschäftigt waren, eine straße in die wüste hinein zu bauen. als sie uns kommen sahen, hielten sie verdutzt inne und gafften uns an. ich ging zum nächst besten und sprach ihn an. erst bekam er kaum ein wort heraus, weil sein mund offen stand. er erzählte immerhin, dass wir aus einer richtung kamen, aus der nie jemand zur stadt käme außer echsenmenschen. diese aber kämen nie in guter absicht, denn zwischen den bewohnern der stadt und den echsenmenschen herrsche krieg. jetzt war es an mir, verdutzt zu sein, denn unserer kleinen truppe war während der reise kein einziger echsenmensch zu gesicht gekommen. nunja.

nicht viel später kamen vom stadttor aus zwei reiter auf uns zu. der eine der beiden nannte sich hauptmann viril und fragte, wer wir seien und was wir wollten. ich erklärte ihm, dass wir von weit her gekommen seien und in der stadt ein gasthaus suchten, in dem wir speisen und ruhe finden könnten. nachdem er sich überzeugt hatte, dass wir offenbar keine böse absicht hegten, geleitete er uns in die stadt. die stadt hieß docht, und war offenbar aus einer garnison entstanden. im laufe der zeit scheint viel volk hier zusammen gekommen zu sein, denn es fanden sich behausungen in allen möglichen stilen aus allen ecken und enden der welt. der hauptmann geleitete uns zum gasthaus "zum eber", wo wir vom wirt freundlich mit einem üppigen mahl uns einem großen schlafraum versorgt wurden. und daselbst befinden wir uns nun, werden uns ein bisschen in der stadt umsehen und gemeinsam überlegen, wie wir weiter verfahren.

soweit für dieses mal. ich gehe jetzt und werde ruhe suchen.

liebe grüße,
eure celewen

hline

3
Jun
2006

celewen muss weiter

den aktuellen stand unserer wanderungen kann der geneigte leser hier erfahren. nun geht es weiter. ich bin ziemlich nervös. böse vorahnungen haben mich beschlichen. war das alles richtig so, wie wir bislang verfahren sind? mindestens der erschaffer der magischen welten, die wir verlassen haben, dürfte groll gegen uns hegen. aber können wir paar zusammengewürfelte wesen gegen eine macht bestehen, die fähig ist, welten zu erbauen? o weh! was soll nur aus uns werden? aber was hilft mir mein wehklagen? eine wahl werden wir jetzt, hinterher, kaum haben. also zähne zusammengebissen und los... drückt uns die daumen.

liebe grüße aus der echten welt,
eure celewen

hline

21
Mai
2006

celewen versteht die welt nicht mehr

erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. dieses geflügelte wort hat durchaus manchmal etwas für sich. ich für meinen teil fühle mich zur zeit äußerst desorientiert, und wie ich glaube, mit gutem grund.

wir erinnern uns: vor nicht all zu langer zeit musste ich mit ansehen, wie meine heimatwelt unterging. gemeinsam mit dem magier yirniar und der priesterin navealea (kurz: lea) standen wir in einem portal und konnten nicht fassen, was da geschah. wie bereits geschildert, führte dieses portal gleich in vier welten, und unsere wackere truppe leckte ihre wunden und machte sich auf, auch die anderen welten zu erkunden, um den geheimnissen dieser merkwürdigen vorgänge auf den grund zu gehen. nachdem wir die verlassene zwergenwelt erkundet und dort den freundlichen drachen mirowalk kennengelernt hatten, saßen wir nun also in dem zentralen dom des portals. der krieger jarwan kümmerte sich fleißig um ein drachen-baby, welches aus dem in den bergen der zwergenwelt gestohlenen ei geschlüpft war. es war wahrlich alles äußerst seltsam, und kein sterblicher würde uns all das glauben, was uns widerfahren war.

thorwalk und ich beschlossen, die nächste welt in augenschein zu nehmen. wir öffneten das portal und gemeinsam mit allen anderen betraten wir eine neue welt. auch diese welt war still wie die der zwerge. wir standen in einem kiefern-hain. alles sah sehr gepflegt aus. durch diesen hain führte ein weg schnurgerade zu einer hütte, die auf stelzen zu stehen schien. diese hütte war offenbar ein lager. in ihr fanden wir säcke mit getreide, bottiche mit eingelegtem gemüse und fässer mit hochgeistigen getränken. an letzteren musste unser krieger sich natürlich sofort vergreifen (seine sauferei wird noch unser sargnagel werden!). weiterhin waren wir über mehrere truhen erstaunt, in denen pulverisierte metalle sortiert aufbewahrt wurden. matt, der schmied, bekam ganz große augen, denn neben kisten voller goldstaub, silberstaub, kupferstaub stand dort auch eine große truhe voll eisenstaub von vorzüglichster qualität. diese wurde bestimmt, uns beim verlassen dieser welt zu vegleiten, damit matt in der schmiede der zwergenwelt seine künste zur herstellung modernster waffen nutzen könne. ebenso sollten diverse schriftrollen uns begleiten, damit der magier und der alchmist die fremdartigen schriftzeichen später eingehender analysen unterziehen sollten. doch zunächst ließen wir die vorgefundenen dinge an ihrem orte, um die nähere umgebund zu erkunden. so entdeckten wir noch eine hütte, die offenbar eine verlassene wohn- und schlafstatt war. und eine weitere hütte erregte unsere aufmerksamkeit. in dieser befanden sich lebensgroße statuen aus purem gold, allerdings mit offenbar menschlichem haar. hinter dieser gruppe stand ein regal mit vielen schalen, und in jeder schale lag ein riesiger edelstein. wofür auch immer das gut war - es war mit sicherheit nicht dafür gedacht, dass dieser diebische zwerg thorwalk sich daran vergriff. mit vereinten kräften zerrten wir ihn aus der hütte, als wir des gierigen glanzes in seinen augen gewahr wurde. wer weiß, wohin uns sein kleptomanisches gemüt sonst gebracht hätte. mit zauberkräften (oder was auch immer das war), die weit über die unsere ging, wollten wir uns jetzt nicht anlegen. also erkundeten wir die gegend weiter und stellten fest, dass wir uns auf einer insel befanden, die sehr idyllisch war, aber offenbar unbewohnt.

wir beschlossen, uns in den dom des portals zurückzuziehen, natürlich nicht, ohne vorher in der lagerhütte diverse dinge mitzunehmen. so schleppte matt seine eisenstaub-truhe mit. der alchmist trug soviele schiftrollen von dannen, wie er transportieren konnte, und dennoch blieben noch viel mehr von diesen zurück. die priesterin lea verstaute einen großen diamantbesetzten spiegel, um, wie sie sagte, irgendwie diamant-staub herzustellen. warum sie die diamanten pulverisieren wollte, wurde mir nicht klar, aber es hatwohl irgendwas mit magischen ritualen zu tun. thorwalk, dieser gierhals, verschüttete alles wasser aus seinem wasserschlauch, um diesen (wie konnte es anders sein) mit goldgoldgold zu füllen. ich für meinen teil war etwas bescheidener, und nahm ein kleines säcken goldstaub und eines mit silberstaub an mich. dazu tat ich noch eine bahn edlen stoffes in mein bündel, um mir ein hübsches kleid zu schneidern, gold- und silberdurchwirkt, welches ich als bardin bei meinen auftritten tragen will. auch der krieger jarwan wurde erfreut, denn er fand ein fremdartiges schwert, dessen griff mit edelsteinen besetzt war und eine äußerst scharfe klinge hatte. nachdem er längere zeit damit in der gegend herumgefuchtelt hatte, bekam er nach und nach raus, wie er es am besten führen muss, und er stellte fest, dass dazu eine völlig andere technik nötig sei, als bei den üblichen schwertern, die wir in unserer welt so kennen. wenn ich mich recht erinnere, entfuhren ihm bei seien übungen seltsame hohe schreie wie "hai! ho! hi!" oder so, aber da kann mich mein gedächtnis auch täuschen. zuguterletzt fanden wir auch seltsame metallische sterne, sehr scharf geschliffen, die sich sehr gut zum werfen eigenten. thorwalk, jarwan und ich nahmen jeder ein paar davon mit uns, schienen diese wurfsterne doch der schleudern und wurfmessern überlegen zu sein. so begaben wir uns denn vollbepackt zurück zum portal.

im portal angekommen, begann yirniar mit allerlei seltsamer meditation. er wollte, so sagte er, herausfinden, wie die magie dieses ortes funktioniere. außerdem wollte zudem jeden tag eine seiner zaubereien vollführen, um herauszufinden, ob und wie sie an diesem magischen ort ihr wirkung entfalte. nunja, soll er, dachte ich mir, aber den ersten seiner zauber wollte ich auf keinen fall miterleben. er kündigte an, er werde versuchen, sich in die schönste für ihn vorstellbare form zu verwandeln. neinnein, wenn das klappen würde, müsste ich eine schönere person ansehen müssen, als mich selbst. also bitte! ich bin celewen, tochter von glîn-na-dae calemoth, und habe noch nie jemanden getroffen, der es an schönheit mit mir aufnehmen könnte! daran wollte ich keineswegs etwas ändern. also beschloss ich, matt und thorwalk zu helfen, die schmiede-utensilien in die zwergenstadt zu schaffen. immerhin hatte matt versprochen, auch mir einen hübschen schlanken kampfstab zu schmieden, schön, leicht und elegant, wie eine frau sich ihre waffen nur wünschen kann. außerdem konnte ich die zeit nutzen, an meinem neuen kleid zu arbeiten. hach!

nach längeren verrichtungen kehrte thorwalk und ich zurück in den dom des portals und ließen matt seine verrichtungen tun, was er auch mit verzückung tat. (so manche elfenfrau hätte bei diesem anblick weiche knie bekommen!) wir erfuhren, dass yirniars zauber erfolgreich war, und zwar um ein vielfaches dessen, was er zu erwarten gehofft hatte. er muss sich wohl in irgendwas leuchtendes verwandelt haben, genauer wollte ich es aber nicht wissen. zumindest sah er immer noch äußerst zufrieden aus.

ich schlug vor, jetzt endlich mal zu schauen, was es mit der vierten welt auf sich habe. flugs öffneten wir das vierte portal und fanden uns in einer großen hölzernen hütte wieder, die auf eine lichtung mitten in einem undurchdringlichen dschungel befand. anstatt durch dieses dickicht zu dringen, nahm ich mir die zeit, und versuchte mich auch an einem zauber, der mit eine verwandlung erlaubt (aber nur für recht kurze zeit anhält). ich schaffte es, mir flügel wachsen zu lassen und stieg auf, um einen überblick über die umgegend zu bekommen. so weit ich sehen konnte, breitete sich ringsum dieser dschungel aus. allerdings schien dieser dschungel eine art insel zu sein, die im raume schwebt, denn an seinen rändern war: nichts. nur himmel und dahinter sterne. sehr obskur. über die kronen der bäume ragten allerlei holztürmchen auf, die kleine hütten trugen, die durch ein netz von schmalen hängebrücken verbunden waren. sehr verwirrend. ich ließ mich wieder herab auf die lichtung, um mich nicht in der luft zurück zu verwandeln und eine unsachte landung erleben zu müssen.

kaum hatte ich wieder festen boden unter den füßen, sah ich schon, wie thorwalk aus einem baum herab gesprungen war und laut fluchte. den grund dafür sah ich ein paar meter über ihm. dort hatte eine riesige spinne sich aufgemacht, den zwerg zu verfolgen. verdammt, die war größer als er! und sie sah sehr haarig und scheußlich aus! dank der erfahrungen mit goblins und orks in unserer untergegangenen welt hatte ich meinen schlafzauber schnell und sicher parat. ich reagierte blitzschnell und hatte auch erfolg. die spinne fiel sofort in schlummer und mit einem lauten platsch direkt neben dem zwerg auf den boden. thorwalk war wohl noch sehr in rage, denn die spinne musste ihn im baum böse überrascht haben. in einem unglaublichen wutausbruch hieb er auf das schlafende tier ein, bis nur noch eine schleimige pfütze übrig blieb. das war wahrlich kein appetitlicher anblick...

alldieweil probierte unser jarwan neue dinge aus. sein kleiner drachen war im dom des portals ungewöhnlich schnell gewachsen, und so wollte jarwan nun den versuch starten, ihn zu reiten. das gelang sofort, und das seltsame paar erhob sich und flog auf die nächstgelegene hütte hinauf. nach dem tod der spinne versuchten thorwalk und ich ebenfalls, diese baumhütte zu erreichen. sie war leer, und so folgten wir den nächsten hängebrücken und durchmaßen so in der höhe der baumwipfel den dschungel, ohne dass etwas nennenswertes passierte. zum schluss erreichten wir eine weitere lichtung am anderen ende dieses dschungels, in deren mitte der boden einen halben meter höher war als ringsum. unter diesem hügelchen vernahm ich ein dumpfes klopfen. thorwalk hatte beschlossen weiter zu ziehen, denn er erblickte eine sehr lange hängebrücke, die über den rand der fliegenden insel hinausragte und zu einer weiteren insel dieser art führte. mich interessierte sehr, was das für ein klopfen war und machte mich daran, den hügel aufzugraben. währenddessen flog jarwan mit seinem drachen umher und erkundete diese seltsame welt. wie er später berichtete, konnte er auch unter diesen dschungelinseln fliegen, und auf der unterseite ragte wurzelwerk hervor. es schien eine welt in auflösung zu sein, in der wir uns befanden. direkt unter mir habe er ein steinernes gebilde aus dem wurzelwerk vervorschauen sehen, dass wie das fundament eines steinhauses ausgesehen habe. davon wusste ich zu dem zeitpunkt allerdings nichts, sondern grub weiter, bis ich eine steinplatte freigelegt hatte, die sich nach oben wölbte und erste risse zeigte. mir wurde mulmig, und geistesgegenwärtig sprang ich auf und zog mich von der platte zurück. noch rechtzeitig, wie ich gleich merken sollte, denn die platte platzte mit lautem knall auf. etwas blau leuchtendes schoss senkrecht nach oben, und es fühlte sich sehr mächtig an. ich nahm meine beine in die hand und floh in die bäume und dann in richtung des portals. ich hetzte die hängebrücken entlang, und als ich am portal angekommen war, traf auch jarwan mit seinem drachen ein. auf dessen rücken saß nun auch thorwalk, aber zeit zu wundern blieb mir nicht. wir durcheilten das portal, und als wir zurück schauten, konnen wir mit ansehen, wie die fliegende insel zerbröselte in ein nichts. sollte wir nun in kürzester zeit zeuge der zerstörung einer zweiten welt geworden sein? ich war perplex.

im dom hatte yirniar weiter an der magie des ortes herumanalysiert und versuchte, uns ein paar der geheimnisse des ortes zu erklären. all zu viel habe ich nicht verstanden. er versuchte uns weiszumachen, dass unsere heimatwelt gar keine echte welt sei, sondern ein magisches konstrukt. ebenso die drei anderen welten, die von diesem portal aus zu erreichen seien. dass dieses portal magisch sei, ok, dass erschien mir sofort plausibel. nun gäbe es von diesem ort aus noch ein portal in eine fünfte welt, die dann allerdings ein echte welt sei. um dorthin zu gelangen, müssten alle vier portale in irgendwelchen seltsamen ritualen aktiviert und deaktiviert werden und so weiter, aber das habe er noch nicht in allen einzelheiten erforschen können. weiterhin seien die magischen welten und das portal noch durch jeweils sieben sphären umgeben. allerdings sei das gefüge dieser magischen welten aus seiner ordnung geraten, und so stünde in absehbarer zeit ein kollaps dieser welten bevor, weshalb wir gezwungen seien, in nächster zeit in die reale welt zu fliehen. er müsse aber zunächst noch mehr forschungen anstellen, um mehr sicherheit zu gewinnen. und so erzählte yirniar noch einiges phantastisches zeug mehr, aber davon habe ich kaum etwas verstanden. das wenige an magie, das ich kenne, ist nun wahrlich einfacher und handfester.

am nächsten tag konnte ich von matt meine neue waffe in empfang nehmen. hach, wie hübsch! es ist ein schlanker und sehr eleganter kampfstab, der wunderbar in den händen liegt. an seinen enden wird er ein wenig kräftiger und geht dort in scharfe dolchklingen über. die enden sind zudem mit eisernen spitzen besetzt. ich war begeistert und musste gleich ein wenig üben, um mich mit meinem neuen elfenstab bekannt zu machen.

alldieweil setzte yirniar seine analysen fort. an diesem tag wollte er zudem einen weiteren zauber im dom testen. dafür sollte jarwan einen wunsch erfüllt bekommen. er ist ja als krieger schon ganz schön stark. aber yirniar konnte noch einen zauber, der die stärke eines menschen nochmal verstärkt. wir waren alle sehr gespannt, und schauten aus den portalräume zu, wie allerlei magisches gefuchtel und gemurmel vonstatten gingen. hoppla, aber dass die zauberei an diesem ort dermaßen kräftig wirken würde! jarwan wurde nicht nur stärker, er wurde auch größer. aus einem kräftigen krieger wurde doch tatsächlich ein titan! binnen kurzer zeit stieß er an die wände und die kuppel und saß zusammengekauert im dom. plötzlich schien er etwas sagen zu wollen, aber das konnte ich nicht hören, denn in meinen ohren tat es einen knall und ich hörte gar nichts mehr. verzweifelt schaute ich zu navealea. auch sie hielt sich die ohren zu, aber zumindest schien sie nicht taub geworden zu sein. sie eilte zu mir, und ich brauchte nicht lange gestikutlieren. sie begann sofort damit, mich zu behandeln, und es war mein glück, dass sie sofort und mit großem geschick mein gehör retten konnte. (in der zwischenzeit hatte jarwan wohl von thorwalk diamanten zugeworfen bekommen, die dieser zwischen seinen riesigen fingern zu staub zermahlen hatte. da konnte navealea sich doppelt freuen.)

nach einer stunde schien es dem jungtitan jarwan zu unbequem zu werden, unbequem im dom zu kauern. er reckte und streckte und erhob sich. mit großem getöse fielen die trümmer der domkuppel herab. darüber sahen wir nun seltsame graue wabern, die von hellen blitzen durchzuckt wurden. auf yirniars bitte nahm jarwan uns auf seine hand uns hob uns hinauf zu diesem gebilde. wie yirniar erkläre, erblickten wir gerade die innerste der sieben sphären, von denen er erzählt hatte. ich konnte es natürlich nicht lassen, und griff mit der hand danach. es tat einen kräftigen schlag und ich sackte zusammen. als ich wieder zu mir kam, sahen mich die anderen vorwurfsvoll an. nunja. ich würde diese sphäre auf jeden fall nicht mehr berühren. aber. jaja, aber. ich wollte noch etwas anderes ausprobieren. wenn magie an diesem ort zu fein verstärkt wird, dann wäre es doch spannend zu sehen, wie ein magisches geschoss aussehen würde. warum ich das tat, weiß ich nicht mehr, es muss die pure neugier gewesen sein. eigentlich sollten aus meiner hand drei kleine magische geschosse hervorkommen. aber hei! es kam gleich eine salve von dreißig schossen, die von der sphäre einfach absorbiert wurden. passiert ist nichts, aber das gefühl, als ich diese salve abfeuerte, das war schon geil!

ansonsten passierte an diesem tag nicht mehr viel. nach ein paar stunden schrumpfte jarwan wieder auf sein normales maß zusammen. thorwalk und ich übten uns mit den wurfsternen und unseren neuen waffen, meinem kampfstab und seiner neuen kampfaxt. navealea betete. yirniar analysierte. und jarwan kuschelte mit seinem drachen.

der dritte tag der analysen von yirniar sollte ein weiteres echtes highlight werden. aber sowas von! er wollte als dreingabe seiner analysen einen zauber anwenden, der ganz harmlos "der seiltrick" heißt. das klingt zunächst recht unspektakulär, denn seiltricks kenne ich ja aus meinem beruf auch ein paar. damit hat das aber gar nichts zu tun. wie yirniar erkläre, wird beim "seiltrick"-zauber ein "extradimensionaler raum" geschaffen. über ein seil, dass zu uns herabreicht, sei er zu erreichen. und dann hänge ein weiteres seil aus diesem raum in eine andere welt oder dimension oder was auch immer hinab. der zauber sei erschaffen worden, um sich bei akuter gefahr in sicherheit bringen zu können, und sei ebenso eine art kurzzeitiges portal. allerdings wisse er nicht, in welche welt der "seiltrick" jeweils führe. nunja, kurz gesagt, er hat sich in den dom plaziert und fleißig gemurmelt und gefuchtelt und was ein zauberer halt so macht, und siehe da - ein seil hing im raum. in meiner neugier bin ich gleich hinaufgeklettert, und die anderen kletterkünstler gleich hinterher. aus dem seiltrick-raum konnte ich dann in eine weitere welt hinabsehen. das war ein wald, soweit das auge reicht. das seil endete gut 500 meter unter mir am wipfel eines baumes, der höher war als alle anderen. ansonsten sah ich hier und da einen pegasus durch die luft fliegen, und ein paar greife sah ich auch. runterklettern wollte ich aber nicht, weil yirniar gesagt hatte, dass der raum nicht sehr lange bestehen bliebe. er selbst aber ließ es sich nicht nehmen, sich ein paar flügel wachsen zu lassen, runterzufliegen, und einen ast mit blättern und zwei äpfeln dran mitzubringen. hm. wofür das ganze jetzt gut gewesen sein soll, war mir allerdings nicht klar.

zunächst. dann dämmerte mir einiges aus alten sagen und mythen. sollte die welt, die wir eben erblickt hatten, die himmelswelt aus diversen menschlichen legenden gewesen sein? und warum begann der zweig mit den äpfeln jetzt zu leuchten? sollte dies der baum der erkenntnis gewesen sein, von dem zu essen den menschen angst und faszination macht? und ließe sich nicht ein nektar daraus bereiten? ach, ich war ganz verwirrt. wir beschlossen, einen apfel zu pflanzen, einen halben zu nektar zu verarbeiten und einen halben untereinander aufzuteilen und zu essen. hach, war das toll! ich hatte das gefühl, mein charisma würde größer. es ist tatsächlich gestiegen, permanent um einen punkt auf 18! ähnlich erging es allen. der krieger fühlte sich stärker, der dieb geschickter, der magier intelligenter und die priesterin weiser. seit diesem zeitpunkt mag ich äpfel ganz besonders.

in der nacht, als unsere truppe schlief, es dann doch noch was passiert. eigentlich wollten wir den seltsamen tempel auf der idyllischen insel mit den goldenen statuen in ruhe lassen. aber irgendwas hat thorwalk und mich denn doch gepackt. heimlich schlichen wir durch das portal zu der insel. wir wussten, in diesem tempel lagen viele sehr wertvolle edelsteine, jeder wohl bestimmt 50.000 goldstücke wert! das war denn doch zu verlockend. wir standen vor dem tempel. einfach reingehen und die steine stehlen wollten, das fand ich keine wirklich gute idee. was ist, wenn die statuen plötzlich erwachten, während wir mitten unter ihnen standen? und dann noch mit ihren wertvollen edelsteinen in den händen? nein, ich schlug vor, auf die rückseite des tempels zu gehen. so taten wir es, und standen vor einer hölzernen wand. thorwalk sollte ein loch in die wand sägen, so dass wir einfach in das regal auf der anderen seite der wand greifen müssten. das klang gut und wurde so gemacht. als ich allerdings nach den steien griff, tat es einen schlag.

ich wachte auf in einem raum aus holz mit einer tür. als ich die tür durchschritt, stand ich in einem weiteren raum, diesmal mit drei türen. ich nahm die rechte, und dahinter tat ein weiterer raum sich auf, wieder mit türen. hinter diesen türen setzte sich das ganze fort. ich wurde leicht panisch und rannte durch räume und räume und räume, und wie immer ich lief, immer kam ich nur in weitere räume mit türen, aber einen ausgang konnte ich nirgends finden. irgendwann begann die verzweiflung sich meiner zu bemächtigen. ich setzte mich hin und begann zu singen. traurige lieder. verzweifelte lieder. meine stimme wurde vom holz verschluckt. aber aus den anderen räumen schienen sich stimmen zu erheben und mit mir zu singen. doch als ich nachsah, fand ich niemanden. dieser verwunschene ort hatte mich genarrt. ich setzte mich wieder und sang weiter. weinte und sang.

nach einer unbestimmbaren zeit tat es wieder einen schlag. ich lag auf dem boden beim tempel der insel. das erste, was ich erblickte, war thorwalk. er stand starr neben mir und war nackt. nackt? verwunderung verhinderte einen lachkrampf meinerseits. um uns herum standen unsere kameraden. sie schauten mit einer mischung aus besorgnis und großem ärger. was war geschehen?

wie wir erfuhren, waren die reichtümer des tempels mit einer seelenfalle gesichert. als ich nach den edelsteinen griff, sackte mein körper in sich zusammen und wurde ein stück lebenden leeren fleisches. meine seele hingegen wurde in dem hölzernen labyrinth gefangen. thorwalk hatte es weniger stark erwischt. vielleicht lag es ja daran, dass zwerge so unsensible kerle sind? er hatte zwar ebenfalls einen heftigen schlag verspürt, als er nach den edelsteinen griff, doch sackte er nicht in sich zusammen. vielmehr versuchte er, mich zu wecken, was ihm aber nicht gelang. wie sollte es auch? seine gier wandelte sich zu besorgnis, und so schleppte er mich zurück in den dom des portals. dort versuchte er abermals, mich zu wecken, was wieder misslang. er versuchte es gar mit singen, aber das zwergische gegrummel und gekrächze weckte nur die anderen auf. yirniar war es denn, der bemerkte, dass zwar mein körper, aber nicht meine seele da waren. also schleppten sie mich wieder zurück zum tempel, in der hoffnung, einen weg zu finden, mich zu wecken. navealea fand dann offenbar einen weg. sie rief ihren gott aserod an. aserod ist der gott der totenruhe. und da meine seele in der seelenfalle mit sicherheit keine ruhe finden konnte, schien er geneigt, sie wieder in ihren körper zu führen. aserod fuhr tatsächlich in navealeas körper, sorgte wohl für die zeitweilige erstarrung thorwalks, entkleidete ihn all seiner habseligkeiten, trug alles in den tempel, vollzog dort ein unbegreifliches ritual, die sachen verbrannten rückstandslos und ich wachte auf. danke, aserod. navealea konnte sich im anschluss an nichts erinnern, was sie getan hatte. aber sicherlich war sie ihrem gott noch nie so nahe.

danach kehrten wir in den dom des portals zurück. auch, wenn die stimmung besonders gegenüber thorwalk noch eine zeitlang wenig erbaulich war, beratschlagten wir, wie wir weiter verfahren sollten. es wurde die vermutung geäußert, dass dort, wo unsere heimatwelt untergegangen war, vielleicht noch überlebende zu finden sein könnten. wenn dem so war, wollten wir sie retten, und in die reale welt, von der yirniar erzählt hatte, mitnehmen. auch den drachen mirowalk wollten wir vom bevorstehenden kollaps der magischen welten berichten, damit er vielleicht mit uns in die reale welt kommen möge. es wurde beschlossen, dass jarwan mit seinem drachen in die wüste fliegen sollte, die an der stelle unserer untergegangenen welt verblieben war. das tat er. er fand dort auch tatsächlich überlebende, unter anderem den dorfältesten er elfen, die uns dereinst entsandt hatten, das geheimnis der untoten wölfe zu klären. mit diesem kehrte er zurück, um weiteres zu beraten.

ich ging mit thorwalk in die zwegenwelt, um den drachen mirowalk zu suchen. das war nicht schwer, denn thorwalks rufen und mein singen schienen ihm vertraut, und so fand er uns. wir beschrieben ihm die situation, so gut wir vermochten, und dass wir ihn einladen wollten, vor dem kollaps der welten mit uns zu fliehen in die reale welt. das fand er sinnvoll. allerdings müsste er seine statur verkleinern, um durch die zwergenstadt im berg zum portal mitkommen zu können. das schien ihn nicht sonderlich zu beeindrucken. er legte seine flügel um sich, begann zu leuchten und nach kurzer zeit stand ein zwerg vor uns. sehr seltsam. mirowalk aber meinte, er habe diese statur vor langer zeit schon ausprobiert, und das sei alles in ordnung so. nun gut. dann fragte ich ihn noch, ob er nicht ein paar dracheneier mitnehmen wolle, um das überleben seiner art zu sichern. (yirniar und jarwan hatte mir das aufgetragen. ich selbst bin ja keine sonderliche drachenfreudin.) auch das fand er eine gute idee. und ich weiß nicht, was ich von einem drachen in zwergenform halten soll, der einfach mit den fingern schnippt, und schon liegen 50 dracheneier vor uns, geschrumpft auf eine handliche und transportable form, die überdies in einen tragbaren taschenvulkan verpackt werden, damit sie auch genug wärme abbekommen... ich sollte darüber lieber nicht nachdenken...

zurück im dom ging dann alles ganz schnell. wir waren dabei, uns an der frage zu zerstreiten, ob wir die enteckten orks und goblins tatsächlich auch retten sollten, und wie alles zu koordinieren sei, als mirowalk hinaufschaute, lässig mit yirniar konversierte, was wo wie in der struktur dieser welten alles nicht so sei, wie es sollte, nebenbei auf die äpfel zu sprechen kam, deren kleinste stücke uns so wundersam gestärkt hatte, erwähnte, dass er selbst schon ein paar dieser äpfel gegessen habe, dann ein paar griffe ins nichts tätigte, alle vier welten als kleine kugeln in yirnars hände legte, das portal in die reale welt öffnete, die vier welten irgendwie an plätze in der realen welt setzte, uns einlud, ihn mal auf seiner insel (weit über uns in den wolken!) zu besuchen und uns dann stehen ließ. ich versteh die welt nicht mehr.

so, und jetzt stehen wir hier, am rande einer wüste, irgendwo mitten in einer welt, in der wir noch nie waren. die lebensmittel und anderen mitbringsel aus dem dom sind einfach verschwunden. (die dinge, die wir in den anderen magischen welten an uns nahmen zum glück noch da.) vor mir liegt auf dem boden ein minivulkan mit geschrumpften dracheneiern. wir haben hunger und kennen uns in der gegend nicht aus. das ist mir alles zu viel. ich will mich nur noch hinlegen und schlafen. ganz tief schlafen und nichts mehr mitbekommen. aber nicht einmal diese bitte wird mir erfült, denn schlafen kann ich im moment nicht. mir ist schlecht.

freut euch, wenn ihr heimat habt,
eure celewen

hline

18
Apr
2006

celewen und das ende der welt

es bereitet panik, eine welt untergehen zu sehen. heute ist mir das passiert. ich bin noch ganz aufgelöst. ich will versuchen, mich zu sammeln. also, das war so...

wie ihr vielleicht noch wisst, war ich in meiner schönheit stark eingeschränkt worden durch einen feuerball, den ein unappetitlicher orkischer magier mir üblerweise in mein hübsches gesicht geschleudert hatte. ich fürchtete schon, berufsunfähig zu werden. wie der gang der dinge aber nunmal war, erreichten wir ein portal, welches unsere wackere truppe in einem domartigen raume rast finden ließ. erfreulicherweise flossen dort nicht nur milch und honig, schmausten wir dort nicht nur nektar und ambrosia. nein, in der mitte des domes spendete ein brunnen klares heilendes wasser, welches während des schlafes für labung und erquickung sorgte. siehe da: mein ehedem geschwärzter teint erstrahlt wie eh und je. herrlich!

wie wir herausfanden, führt dieser dom zu vier portalen. in jede himmelsrichtung eines. auch die art ihrer benutzung ließ sich herausfinden. obwohl wir dem diebischen zwerg eigentlich seine hand abhacken sollten, ließen wir uns erweichen, jenes portal zu benutzen, welches in seiner gestaltung eine walhallische zwergische gegend erwarten ließ. und tatsächlich fanden wir uns in einer zwergenstadt tief in einem berge wieder. allerdings war diese stadt offenbar seit jahrhunderten verlassen. dies bekamen wir nach ein paar tagen auch noch einmal bestätigt. von einem sehr freundlichen drachen! nachdem thorwalk es immerhin übers herz brachte, einen wertvollen ring herzugeben, zeigte der drache (sein name lautete in der zwergensprache mirowalk) uns bei einem rundflug diese seine welt. das war toll! er war dann auch so freundlich, uns in der nähe der zwergenstadt wieder abzusetzen.

dann kam es aber noch toller! yarwan (der kriegsveteran) hat wohl erfahrungen damit, kleinere drachen in unserer welt zu reiten. er wollte doch tatsächlich ein drachenei mitnehmen und überredete yirniar dazu, ein solches aus einem nahe gelegenen nest zu stehlen. wir sind dann also mit diesem dicken ei durch die zwergenstadt zurück zum portal gezogen. ich fass es immer noch nicht. thorwalk hingegen ist feuer und flamme dafür, denn er hat yarwan das versprechen abgenommen, ihn das drachenreiten zu lehren. nunja, was soll ich machen...

zurück im dom haben wir dann das portal in unsere welt erneut geöffnet, denn wir wollten herausfinden, ob sich so nicht doch ein weg zurück finden ließe, um dem dorfältesten der elben bericht zu erstatten darüber, dass wir die erschaffer der streunenden untoten wölfe vernichtet haben. soweit sollte es allerdings nicht kommen.

wir fanden uns in dem höhlensystem wieder, welches wir zuvor verlassen hatten. das pentagramm des portaleingangs war durch die zerstörung des raumes, in dem es sich zuvor befunden hatte, eine kaverne tiefer gefallen oder geschwebt oder was auch immer. wir durchforschten also weiter die höhlen und stießen auf eine gruppe von goblins, die mit dem graben eines ganges beschäftigt waren. als wir diese angriffen, fanden wir uns aber auch noch weiteren zehn orks gegenüber, welche einen hinterhalt gelegt hatten. das gab ein großes gemetzel! mit mehr glück als verstand überlebten wir das gefecht und retteten uns mit letzter kraft in den dom. drei goblins überlebten. das war schlecht.

letztlich aber schienen die überlebenden goblins tatsächlich egal zu sein. denn bei einem neuen eindringen in das höhlensystem entdeckten wir einen großen schacht, der senkrecht in das erdinnere führte. und beim weiteren erkunden war da noch so ein schacht. und noch einer... und am ende waren es fünf schächte, mehrere hundert meter voneinander entfernt und offenbar in form eines pentagrammes angeordnet. was immer die macht hatte, ein solches riesiges pentagramm zu erschaffen, es war mit sicherheit zu groß für uns... und just als uns dies dämmerte, bekamen die magiebegabten von uns böse kopfschmerzen. mit letzter kraft taumelten wir zum portal zurück - und fanden es geschlossen. stattdessen wuchs im berg eine riesige schwarze kugel heran, auf deren oberfläche blitze wie ein netz zuckten und zischten. es war unheimlich. es war böse. und die kugel wuchs und wuchs, und wir schienen verloren. im letzten moment konnte yirniar das portal doch noch öffnen und wir entkamen. und als wir uns umdrehten, sahen wir durch das portal, wie die kugel alles in unserer welt fraß. und als die kugel das portal berührte, sahen wir in ihr eine wüstenei, getaucht in schwarze nacht und am himmel stand ein blutroter mond. dann war es vorbei. das portal in richtung unserer heimat schloss sich kurz und schmerzlos. ich habe meine welt enden sehen. und jetzt sitzen wir hier im dom, heimatlos geworden.

das letzte, was wir meiner meinung nach gebrauchen können, ist nun auch noch eingetreten. aus dem riesenei, welches wir mitgeschleppt hatten, ist eben ein kleines drachenbaby geschlüpft. yarwan hat ihn gleich unter seine fittiche genommen. bei oghma, wo soll das nur hinführen...

völlig fertig mit den nerven und auch sehr traurig,
eure celewen

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