21
Mai
2006

celewen versteht die welt nicht mehr

erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. dieses geflügelte wort hat durchaus manchmal etwas für sich. ich für meinen teil fühle mich zur zeit äußerst desorientiert, und wie ich glaube, mit gutem grund.

wir erinnern uns: vor nicht all zu langer zeit musste ich mit ansehen, wie meine heimatwelt unterging. gemeinsam mit dem magier yirniar und der priesterin navealea (kurz: lea) standen wir in einem portal und konnten nicht fassen, was da geschah. wie bereits geschildert, führte dieses portal gleich in vier welten, und unsere wackere truppe leckte ihre wunden und machte sich auf, auch die anderen welten zu erkunden, um den geheimnissen dieser merkwürdigen vorgänge auf den grund zu gehen. nachdem wir die verlassene zwergenwelt erkundet und dort den freundlichen drachen mirowalk kennengelernt hatten, saßen wir nun also in dem zentralen dom des portals. der krieger jarwan kümmerte sich fleißig um ein drachen-baby, welches aus dem in den bergen der zwergenwelt gestohlenen ei geschlüpft war. es war wahrlich alles äußerst seltsam, und kein sterblicher würde uns all das glauben, was uns widerfahren war.

thorwalk und ich beschlossen, die nächste welt in augenschein zu nehmen. wir öffneten das portal und gemeinsam mit allen anderen betraten wir eine neue welt. auch diese welt war still wie die der zwerge. wir standen in einem kiefern-hain. alles sah sehr gepflegt aus. durch diesen hain führte ein weg schnurgerade zu einer hütte, die auf stelzen zu stehen schien. diese hütte war offenbar ein lager. in ihr fanden wir säcke mit getreide, bottiche mit eingelegtem gemüse und fässer mit hochgeistigen getränken. an letzteren musste unser krieger sich natürlich sofort vergreifen (seine sauferei wird noch unser sargnagel werden!). weiterhin waren wir über mehrere truhen erstaunt, in denen pulverisierte metalle sortiert aufbewahrt wurden. matt, der schmied, bekam ganz große augen, denn neben kisten voller goldstaub, silberstaub, kupferstaub stand dort auch eine große truhe voll eisenstaub von vorzüglichster qualität. diese wurde bestimmt, uns beim verlassen dieser welt zu vegleiten, damit matt in der schmiede der zwergenwelt seine künste zur herstellung modernster waffen nutzen könne. ebenso sollten diverse schriftrollen uns begleiten, damit der magier und der alchmist die fremdartigen schriftzeichen später eingehender analysen unterziehen sollten. doch zunächst ließen wir die vorgefundenen dinge an ihrem orte, um die nähere umgebund zu erkunden. so entdeckten wir noch eine hütte, die offenbar eine verlassene wohn- und schlafstatt war. und eine weitere hütte erregte unsere aufmerksamkeit. in dieser befanden sich lebensgroße statuen aus purem gold, allerdings mit offenbar menschlichem haar. hinter dieser gruppe stand ein regal mit vielen schalen, und in jeder schale lag ein riesiger edelstein. wofür auch immer das gut war - es war mit sicherheit nicht dafür gedacht, dass dieser diebische zwerg thorwalk sich daran vergriff. mit vereinten kräften zerrten wir ihn aus der hütte, als wir des gierigen glanzes in seinen augen gewahr wurde. wer weiß, wohin uns sein kleptomanisches gemüt sonst gebracht hätte. mit zauberkräften (oder was auch immer das war), die weit über die unsere ging, wollten wir uns jetzt nicht anlegen. also erkundeten wir die gegend weiter und stellten fest, dass wir uns auf einer insel befanden, die sehr idyllisch war, aber offenbar unbewohnt.

wir beschlossen, uns in den dom des portals zurückzuziehen, natürlich nicht, ohne vorher in der lagerhütte diverse dinge mitzunehmen. so schleppte matt seine eisenstaub-truhe mit. der alchmist trug soviele schiftrollen von dannen, wie er transportieren konnte, und dennoch blieben noch viel mehr von diesen zurück. die priesterin lea verstaute einen großen diamantbesetzten spiegel, um, wie sie sagte, irgendwie diamant-staub herzustellen. warum sie die diamanten pulverisieren wollte, wurde mir nicht klar, aber es hatwohl irgendwas mit magischen ritualen zu tun. thorwalk, dieser gierhals, verschüttete alles wasser aus seinem wasserschlauch, um diesen (wie konnte es anders sein) mit goldgoldgold zu füllen. ich für meinen teil war etwas bescheidener, und nahm ein kleines säcken goldstaub und eines mit silberstaub an mich. dazu tat ich noch eine bahn edlen stoffes in mein bündel, um mir ein hübsches kleid zu schneidern, gold- und silberdurchwirkt, welches ich als bardin bei meinen auftritten tragen will. auch der krieger jarwan wurde erfreut, denn er fand ein fremdartiges schwert, dessen griff mit edelsteinen besetzt war und eine äußerst scharfe klinge hatte. nachdem er längere zeit damit in der gegend herumgefuchtelt hatte, bekam er nach und nach raus, wie er es am besten führen muss, und er stellte fest, dass dazu eine völlig andere technik nötig sei, als bei den üblichen schwertern, die wir in unserer welt so kennen. wenn ich mich recht erinnere, entfuhren ihm bei seien übungen seltsame hohe schreie wie "hai! ho! hi!" oder so, aber da kann mich mein gedächtnis auch täuschen. zuguterletzt fanden wir auch seltsame metallische sterne, sehr scharf geschliffen, die sich sehr gut zum werfen eigenten. thorwalk, jarwan und ich nahmen jeder ein paar davon mit uns, schienen diese wurfsterne doch der schleudern und wurfmessern überlegen zu sein. so begaben wir uns denn vollbepackt zurück zum portal.

im portal angekommen, begann yirniar mit allerlei seltsamer meditation. er wollte, so sagte er, herausfinden, wie die magie dieses ortes funktioniere. außerdem wollte zudem jeden tag eine seiner zaubereien vollführen, um herauszufinden, ob und wie sie an diesem magischen ort ihr wirkung entfalte. nunja, soll er, dachte ich mir, aber den ersten seiner zauber wollte ich auf keinen fall miterleben. er kündigte an, er werde versuchen, sich in die schönste für ihn vorstellbare form zu verwandeln. neinnein, wenn das klappen würde, müsste ich eine schönere person ansehen müssen, als mich selbst. also bitte! ich bin celewen, tochter von glîn-na-dae calemoth, und habe noch nie jemanden getroffen, der es an schönheit mit mir aufnehmen könnte! daran wollte ich keineswegs etwas ändern. also beschloss ich, matt und thorwalk zu helfen, die schmiede-utensilien in die zwergenstadt zu schaffen. immerhin hatte matt versprochen, auch mir einen hübschen schlanken kampfstab zu schmieden, schön, leicht und elegant, wie eine frau sich ihre waffen nur wünschen kann. außerdem konnte ich die zeit nutzen, an meinem neuen kleid zu arbeiten. hach!

nach längeren verrichtungen kehrte thorwalk und ich zurück in den dom des portals und ließen matt seine verrichtungen tun, was er auch mit verzückung tat. (so manche elfenfrau hätte bei diesem anblick weiche knie bekommen!) wir erfuhren, dass yirniars zauber erfolgreich war, und zwar um ein vielfaches dessen, was er zu erwarten gehofft hatte. er muss sich wohl in irgendwas leuchtendes verwandelt haben, genauer wollte ich es aber nicht wissen. zumindest sah er immer noch äußerst zufrieden aus.

ich schlug vor, jetzt endlich mal zu schauen, was es mit der vierten welt auf sich habe. flugs öffneten wir das vierte portal und fanden uns in einer großen hölzernen hütte wieder, die auf eine lichtung mitten in einem undurchdringlichen dschungel befand. anstatt durch dieses dickicht zu dringen, nahm ich mir die zeit, und versuchte mich auch an einem zauber, der mit eine verwandlung erlaubt (aber nur für recht kurze zeit anhält). ich schaffte es, mir flügel wachsen zu lassen und stieg auf, um einen überblick über die umgegend zu bekommen. so weit ich sehen konnte, breitete sich ringsum dieser dschungel aus. allerdings schien dieser dschungel eine art insel zu sein, die im raume schwebt, denn an seinen rändern war: nichts. nur himmel und dahinter sterne. sehr obskur. über die kronen der bäume ragten allerlei holztürmchen auf, die kleine hütten trugen, die durch ein netz von schmalen hängebrücken verbunden waren. sehr verwirrend. ich ließ mich wieder herab auf die lichtung, um mich nicht in der luft zurück zu verwandeln und eine unsachte landung erleben zu müssen.

kaum hatte ich wieder festen boden unter den füßen, sah ich schon, wie thorwalk aus einem baum herab gesprungen war und laut fluchte. den grund dafür sah ich ein paar meter über ihm. dort hatte eine riesige spinne sich aufgemacht, den zwerg zu verfolgen. verdammt, die war größer als er! und sie sah sehr haarig und scheußlich aus! dank der erfahrungen mit goblins und orks in unserer untergegangenen welt hatte ich meinen schlafzauber schnell und sicher parat. ich reagierte blitzschnell und hatte auch erfolg. die spinne fiel sofort in schlummer und mit einem lauten platsch direkt neben dem zwerg auf den boden. thorwalk war wohl noch sehr in rage, denn die spinne musste ihn im baum böse überrascht haben. in einem unglaublichen wutausbruch hieb er auf das schlafende tier ein, bis nur noch eine schleimige pfütze übrig blieb. das war wahrlich kein appetitlicher anblick...

alldieweil probierte unser jarwan neue dinge aus. sein kleiner drachen war im dom des portals ungewöhnlich schnell gewachsen, und so wollte jarwan nun den versuch starten, ihn zu reiten. das gelang sofort, und das seltsame paar erhob sich und flog auf die nächstgelegene hütte hinauf. nach dem tod der spinne versuchten thorwalk und ich ebenfalls, diese baumhütte zu erreichen. sie war leer, und so folgten wir den nächsten hängebrücken und durchmaßen so in der höhe der baumwipfel den dschungel, ohne dass etwas nennenswertes passierte. zum schluss erreichten wir eine weitere lichtung am anderen ende dieses dschungels, in deren mitte der boden einen halben meter höher war als ringsum. unter diesem hügelchen vernahm ich ein dumpfes klopfen. thorwalk hatte beschlossen weiter zu ziehen, denn er erblickte eine sehr lange hängebrücke, die über den rand der fliegenden insel hinausragte und zu einer weiteren insel dieser art führte. mich interessierte sehr, was das für ein klopfen war und machte mich daran, den hügel aufzugraben. währenddessen flog jarwan mit seinem drachen umher und erkundete diese seltsame welt. wie er später berichtete, konnte er auch unter diesen dschungelinseln fliegen, und auf der unterseite ragte wurzelwerk hervor. es schien eine welt in auflösung zu sein, in der wir uns befanden. direkt unter mir habe er ein steinernes gebilde aus dem wurzelwerk vervorschauen sehen, dass wie das fundament eines steinhauses ausgesehen habe. davon wusste ich zu dem zeitpunkt allerdings nichts, sondern grub weiter, bis ich eine steinplatte freigelegt hatte, die sich nach oben wölbte und erste risse zeigte. mir wurde mulmig, und geistesgegenwärtig sprang ich auf und zog mich von der platte zurück. noch rechtzeitig, wie ich gleich merken sollte, denn die platte platzte mit lautem knall auf. etwas blau leuchtendes schoss senkrecht nach oben, und es fühlte sich sehr mächtig an. ich nahm meine beine in die hand und floh in die bäume und dann in richtung des portals. ich hetzte die hängebrücken entlang, und als ich am portal angekommen war, traf auch jarwan mit seinem drachen ein. auf dessen rücken saß nun auch thorwalk, aber zeit zu wundern blieb mir nicht. wir durcheilten das portal, und als wir zurück schauten, konnen wir mit ansehen, wie die fliegende insel zerbröselte in ein nichts. sollte wir nun in kürzester zeit zeuge der zerstörung einer zweiten welt geworden sein? ich war perplex.

im dom hatte yirniar weiter an der magie des ortes herumanalysiert und versuchte, uns ein paar der geheimnisse des ortes zu erklären. all zu viel habe ich nicht verstanden. er versuchte uns weiszumachen, dass unsere heimatwelt gar keine echte welt sei, sondern ein magisches konstrukt. ebenso die drei anderen welten, die von diesem portal aus zu erreichen seien. dass dieses portal magisch sei, ok, dass erschien mir sofort plausibel. nun gäbe es von diesem ort aus noch ein portal in eine fünfte welt, die dann allerdings ein echte welt sei. um dorthin zu gelangen, müssten alle vier portale in irgendwelchen seltsamen ritualen aktiviert und deaktiviert werden und so weiter, aber das habe er noch nicht in allen einzelheiten erforschen können. weiterhin seien die magischen welten und das portal noch durch jeweils sieben sphären umgeben. allerdings sei das gefüge dieser magischen welten aus seiner ordnung geraten, und so stünde in absehbarer zeit ein kollaps dieser welten bevor, weshalb wir gezwungen seien, in nächster zeit in die reale welt zu fliehen. er müsse aber zunächst noch mehr forschungen anstellen, um mehr sicherheit zu gewinnen. und so erzählte yirniar noch einiges phantastisches zeug mehr, aber davon habe ich kaum etwas verstanden. das wenige an magie, das ich kenne, ist nun wahrlich einfacher und handfester.

am nächsten tag konnte ich von matt meine neue waffe in empfang nehmen. hach, wie hübsch! es ist ein schlanker und sehr eleganter kampfstab, der wunderbar in den händen liegt. an seinen enden wird er ein wenig kräftiger und geht dort in scharfe dolchklingen über. die enden sind zudem mit eisernen spitzen besetzt. ich war begeistert und musste gleich ein wenig üben, um mich mit meinem neuen elfenstab bekannt zu machen.

alldieweil setzte yirniar seine analysen fort. an diesem tag wollte er zudem einen weiteren zauber im dom testen. dafür sollte jarwan einen wunsch erfüllt bekommen. er ist ja als krieger schon ganz schön stark. aber yirniar konnte noch einen zauber, der die stärke eines menschen nochmal verstärkt. wir waren alle sehr gespannt, und schauten aus den portalräume zu, wie allerlei magisches gefuchtel und gemurmel vonstatten gingen. hoppla, aber dass die zauberei an diesem ort dermaßen kräftig wirken würde! jarwan wurde nicht nur stärker, er wurde auch größer. aus einem kräftigen krieger wurde doch tatsächlich ein titan! binnen kurzer zeit stieß er an die wände und die kuppel und saß zusammengekauert im dom. plötzlich schien er etwas sagen zu wollen, aber das konnte ich nicht hören, denn in meinen ohren tat es einen knall und ich hörte gar nichts mehr. verzweifelt schaute ich zu navealea. auch sie hielt sich die ohren zu, aber zumindest schien sie nicht taub geworden zu sein. sie eilte zu mir, und ich brauchte nicht lange gestikutlieren. sie begann sofort damit, mich zu behandeln, und es war mein glück, dass sie sofort und mit großem geschick mein gehör retten konnte. (in der zwischenzeit hatte jarwan wohl von thorwalk diamanten zugeworfen bekommen, die dieser zwischen seinen riesigen fingern zu staub zermahlen hatte. da konnte navealea sich doppelt freuen.)

nach einer stunde schien es dem jungtitan jarwan zu unbequem zu werden, unbequem im dom zu kauern. er reckte und streckte und erhob sich. mit großem getöse fielen die trümmer der domkuppel herab. darüber sahen wir nun seltsame graue wabern, die von hellen blitzen durchzuckt wurden. auf yirniars bitte nahm jarwan uns auf seine hand uns hob uns hinauf zu diesem gebilde. wie yirniar erkläre, erblickten wir gerade die innerste der sieben sphären, von denen er erzählt hatte. ich konnte es natürlich nicht lassen, und griff mit der hand danach. es tat einen kräftigen schlag und ich sackte zusammen. als ich wieder zu mir kam, sahen mich die anderen vorwurfsvoll an. nunja. ich würde diese sphäre auf jeden fall nicht mehr berühren. aber. jaja, aber. ich wollte noch etwas anderes ausprobieren. wenn magie an diesem ort zu fein verstärkt wird, dann wäre es doch spannend zu sehen, wie ein magisches geschoss aussehen würde. warum ich das tat, weiß ich nicht mehr, es muss die pure neugier gewesen sein. eigentlich sollten aus meiner hand drei kleine magische geschosse hervorkommen. aber hei! es kam gleich eine salve von dreißig schossen, die von der sphäre einfach absorbiert wurden. passiert ist nichts, aber das gefühl, als ich diese salve abfeuerte, das war schon geil!

ansonsten passierte an diesem tag nicht mehr viel. nach ein paar stunden schrumpfte jarwan wieder auf sein normales maß zusammen. thorwalk und ich übten uns mit den wurfsternen und unseren neuen waffen, meinem kampfstab und seiner neuen kampfaxt. navealea betete. yirniar analysierte. und jarwan kuschelte mit seinem drachen.

der dritte tag der analysen von yirniar sollte ein weiteres echtes highlight werden. aber sowas von! er wollte als dreingabe seiner analysen einen zauber anwenden, der ganz harmlos "der seiltrick" heißt. das klingt zunächst recht unspektakulär, denn seiltricks kenne ich ja aus meinem beruf auch ein paar. damit hat das aber gar nichts zu tun. wie yirniar erkläre, wird beim "seiltrick"-zauber ein "extradimensionaler raum" geschaffen. über ein seil, dass zu uns herabreicht, sei er zu erreichen. und dann hänge ein weiteres seil aus diesem raum in eine andere welt oder dimension oder was auch immer hinab. der zauber sei erschaffen worden, um sich bei akuter gefahr in sicherheit bringen zu können, und sei ebenso eine art kurzzeitiges portal. allerdings wisse er nicht, in welche welt der "seiltrick" jeweils führe. nunja, kurz gesagt, er hat sich in den dom plaziert und fleißig gemurmelt und gefuchtelt und was ein zauberer halt so macht, und siehe da - ein seil hing im raum. in meiner neugier bin ich gleich hinaufgeklettert, und die anderen kletterkünstler gleich hinterher. aus dem seiltrick-raum konnte ich dann in eine weitere welt hinabsehen. das war ein wald, soweit das auge reicht. das seil endete gut 500 meter unter mir am wipfel eines baumes, der höher war als alle anderen. ansonsten sah ich hier und da einen pegasus durch die luft fliegen, und ein paar greife sah ich auch. runterklettern wollte ich aber nicht, weil yirniar gesagt hatte, dass der raum nicht sehr lange bestehen bliebe. er selbst aber ließ es sich nicht nehmen, sich ein paar flügel wachsen zu lassen, runterzufliegen, und einen ast mit blättern und zwei äpfeln dran mitzubringen. hm. wofür das ganze jetzt gut gewesen sein soll, war mir allerdings nicht klar.

zunächst. dann dämmerte mir einiges aus alten sagen und mythen. sollte die welt, die wir eben erblickt hatten, die himmelswelt aus diversen menschlichen legenden gewesen sein? und warum begann der zweig mit den äpfeln jetzt zu leuchten? sollte dies der baum der erkenntnis gewesen sein, von dem zu essen den menschen angst und faszination macht? und ließe sich nicht ein nektar daraus bereiten? ach, ich war ganz verwirrt. wir beschlossen, einen apfel zu pflanzen, einen halben zu nektar zu verarbeiten und einen halben untereinander aufzuteilen und zu essen. hach, war das toll! ich hatte das gefühl, mein charisma würde größer. es ist tatsächlich gestiegen, permanent um einen punkt auf 18! ähnlich erging es allen. der krieger fühlte sich stärker, der dieb geschickter, der magier intelligenter und die priesterin weiser. seit diesem zeitpunkt mag ich äpfel ganz besonders.

in der nacht, als unsere truppe schlief, es dann doch noch was passiert. eigentlich wollten wir den seltsamen tempel auf der idyllischen insel mit den goldenen statuen in ruhe lassen. aber irgendwas hat thorwalk und mich denn doch gepackt. heimlich schlichen wir durch das portal zu der insel. wir wussten, in diesem tempel lagen viele sehr wertvolle edelsteine, jeder wohl bestimmt 50.000 goldstücke wert! das war denn doch zu verlockend. wir standen vor dem tempel. einfach reingehen und die steine stehlen wollten, das fand ich keine wirklich gute idee. was ist, wenn die statuen plötzlich erwachten, während wir mitten unter ihnen standen? und dann noch mit ihren wertvollen edelsteinen in den händen? nein, ich schlug vor, auf die rückseite des tempels zu gehen. so taten wir es, und standen vor einer hölzernen wand. thorwalk sollte ein loch in die wand sägen, so dass wir einfach in das regal auf der anderen seite der wand greifen müssten. das klang gut und wurde so gemacht. als ich allerdings nach den steien griff, tat es einen schlag.

ich wachte auf in einem raum aus holz mit einer tür. als ich die tür durchschritt, stand ich in einem weiteren raum, diesmal mit drei türen. ich nahm die rechte, und dahinter tat ein weiterer raum sich auf, wieder mit türen. hinter diesen türen setzte sich das ganze fort. ich wurde leicht panisch und rannte durch räume und räume und räume, und wie immer ich lief, immer kam ich nur in weitere räume mit türen, aber einen ausgang konnte ich nirgends finden. irgendwann begann die verzweiflung sich meiner zu bemächtigen. ich setzte mich hin und begann zu singen. traurige lieder. verzweifelte lieder. meine stimme wurde vom holz verschluckt. aber aus den anderen räumen schienen sich stimmen zu erheben und mit mir zu singen. doch als ich nachsah, fand ich niemanden. dieser verwunschene ort hatte mich genarrt. ich setzte mich wieder und sang weiter. weinte und sang.

nach einer unbestimmbaren zeit tat es wieder einen schlag. ich lag auf dem boden beim tempel der insel. das erste, was ich erblickte, war thorwalk. er stand starr neben mir und war nackt. nackt? verwunderung verhinderte einen lachkrampf meinerseits. um uns herum standen unsere kameraden. sie schauten mit einer mischung aus besorgnis und großem ärger. was war geschehen?

wie wir erfuhren, waren die reichtümer des tempels mit einer seelenfalle gesichert. als ich nach den edelsteinen griff, sackte mein körper in sich zusammen und wurde ein stück lebenden leeren fleisches. meine seele hingegen wurde in dem hölzernen labyrinth gefangen. thorwalk hatte es weniger stark erwischt. vielleicht lag es ja daran, dass zwerge so unsensible kerle sind? er hatte zwar ebenfalls einen heftigen schlag verspürt, als er nach den edelsteinen griff, doch sackte er nicht in sich zusammen. vielmehr versuchte er, mich zu wecken, was ihm aber nicht gelang. wie sollte es auch? seine gier wandelte sich zu besorgnis, und so schleppte er mich zurück in den dom des portals. dort versuchte er abermals, mich zu wecken, was wieder misslang. er versuchte es gar mit singen, aber das zwergische gegrummel und gekrächze weckte nur die anderen auf. yirniar war es denn, der bemerkte, dass zwar mein körper, aber nicht meine seele da waren. also schleppten sie mich wieder zurück zum tempel, in der hoffnung, einen weg zu finden, mich zu wecken. navealea fand dann offenbar einen weg. sie rief ihren gott aserod an. aserod ist der gott der totenruhe. und da meine seele in der seelenfalle mit sicherheit keine ruhe finden konnte, schien er geneigt, sie wieder in ihren körper zu führen. aserod fuhr tatsächlich in navealeas körper, sorgte wohl für die zeitweilige erstarrung thorwalks, entkleidete ihn all seiner habseligkeiten, trug alles in den tempel, vollzog dort ein unbegreifliches ritual, die sachen verbrannten rückstandslos und ich wachte auf. danke, aserod. navealea konnte sich im anschluss an nichts erinnern, was sie getan hatte. aber sicherlich war sie ihrem gott noch nie so nahe.

danach kehrten wir in den dom des portals zurück. auch, wenn die stimmung besonders gegenüber thorwalk noch eine zeitlang wenig erbaulich war, beratschlagten wir, wie wir weiter verfahren sollten. es wurde die vermutung geäußert, dass dort, wo unsere heimatwelt untergegangen war, vielleicht noch überlebende zu finden sein könnten. wenn dem so war, wollten wir sie retten, und in die reale welt, von der yirniar erzählt hatte, mitnehmen. auch den drachen mirowalk wollten wir vom bevorstehenden kollaps der magischen welten berichten, damit er vielleicht mit uns in die reale welt kommen möge. es wurde beschlossen, dass jarwan mit seinem drachen in die wüste fliegen sollte, die an der stelle unserer untergegangenen welt verblieben war. das tat er. er fand dort auch tatsächlich überlebende, unter anderem den dorfältesten er elfen, die uns dereinst entsandt hatten, das geheimnis der untoten wölfe zu klären. mit diesem kehrte er zurück, um weiteres zu beraten.

ich ging mit thorwalk in die zwegenwelt, um den drachen mirowalk zu suchen. das war nicht schwer, denn thorwalks rufen und mein singen schienen ihm vertraut, und so fand er uns. wir beschrieben ihm die situation, so gut wir vermochten, und dass wir ihn einladen wollten, vor dem kollaps der welten mit uns zu fliehen in die reale welt. das fand er sinnvoll. allerdings müsste er seine statur verkleinern, um durch die zwergenstadt im berg zum portal mitkommen zu können. das schien ihn nicht sonderlich zu beeindrucken. er legte seine flügel um sich, begann zu leuchten und nach kurzer zeit stand ein zwerg vor uns. sehr seltsam. mirowalk aber meinte, er habe diese statur vor langer zeit schon ausprobiert, und das sei alles in ordnung so. nun gut. dann fragte ich ihn noch, ob er nicht ein paar dracheneier mitnehmen wolle, um das überleben seiner art zu sichern. (yirniar und jarwan hatte mir das aufgetragen. ich selbst bin ja keine sonderliche drachenfreudin.) auch das fand er eine gute idee. und ich weiß nicht, was ich von einem drachen in zwergenform halten soll, der einfach mit den fingern schnippt, und schon liegen 50 dracheneier vor uns, geschrumpft auf eine handliche und transportable form, die überdies in einen tragbaren taschenvulkan verpackt werden, damit sie auch genug wärme abbekommen... ich sollte darüber lieber nicht nachdenken...

zurück im dom ging dann alles ganz schnell. wir waren dabei, uns an der frage zu zerstreiten, ob wir die enteckten orks und goblins tatsächlich auch retten sollten, und wie alles zu koordinieren sei, als mirowalk hinaufschaute, lässig mit yirniar konversierte, was wo wie in der struktur dieser welten alles nicht so sei, wie es sollte, nebenbei auf die äpfel zu sprechen kam, deren kleinste stücke uns so wundersam gestärkt hatte, erwähnte, dass er selbst schon ein paar dieser äpfel gegessen habe, dann ein paar griffe ins nichts tätigte, alle vier welten als kleine kugeln in yirnars hände legte, das portal in die reale welt öffnete, die vier welten irgendwie an plätze in der realen welt setzte, uns einlud, ihn mal auf seiner insel (weit über uns in den wolken!) zu besuchen und uns dann stehen ließ. ich versteh die welt nicht mehr.

so, und jetzt stehen wir hier, am rande einer wüste, irgendwo mitten in einer welt, in der wir noch nie waren. die lebensmittel und anderen mitbringsel aus dem dom sind einfach verschwunden. (die dinge, die wir in den anderen magischen welten an uns nahmen zum glück noch da.) vor mir liegt auf dem boden ein minivulkan mit geschrumpften dracheneiern. wir haben hunger und kennen uns in der gegend nicht aus. das ist mir alles zu viel. ich will mich nur noch hinlegen und schlafen. ganz tief schlafen und nichts mehr mitbekommen. aber nicht einmal diese bitte wird mir erfült, denn schlafen kann ich im moment nicht. mir ist schlecht.

freut euch, wenn ihr heimat habt,
eure celewen

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