5
Sep
2006

celewen mag keine calamares

hallo, liebe lesende, wieder meldet sich celewen, die bardin, um über die aktuellsten begebenheiten zu berichten. unsere bunte truppe war einige zeit vor morgengrauen auf dem weg zum hafen von docht, um ein schiff zu besteigen, dass uns nach muh am östlichen rande des meeres zu bringen. wir hatten am vortag angeheuert, und sollten als wache und schutztruppe für die sicherheit des frachtschiffes sorgen. am hafen brachte uns der reeder zu kapitän graubart, der uns über seinen dreimaster führte und uns alles nötige zeigte. das schiff heißt "die perle", ist 45 meter lang und fast neun meter breit. es hat 45 mann besatzung plus uns. wir, das sind:
  • die halbelfische bardin celewen, also ich,
  • der menschliche krieger jarwam,
  • die menschliche priesterin des aserod navealea,
  • der zwergische dieb throwalgh,
  • der elfische waldläufer und magier yirniar,
  • der elfische alchimist omeingott,
  • der elfische krieger viri,
  • der elfische schmied matt,
  • yirniars treuer wolf cone,
  • jarwams junger drachen gant-i-naug.
und da kapitän graubart um unsere ereignisreiche nacht wusste, schickte er uns in unsere kajüte mit den zehn hängematten, auf dass wir erst einmal schlaf fänden. (zwei unserer hängematten blieben natürlich leer. was soll ein wolf mit einer hängematte? und wie soll ein drachen unter deck gelangen?)

als wir erfrischt erwachten, wurden die wachen eingeteilt. der kapitän verfügte, dass wir vier schichten jeweils zu zweit übernehmen mussten, damit immer mindestens zwei leute seiner schutztruppe an deck sind. jarwam fragte mich, ob er mit mir wache schieben könne. ich dachte, vielleicht hat er ja ein schlechtes gewissen wegen seines schlechten benehmens im keller der burgruine zu docht. deshalb bot ich ihm an, dass das wohl ginge. aber nur, wenn er die sechs stunden auf wache ohne einen tropfen alkohol bliebe. das lehnte er ab. jaja, er ist halt nicht stark genug, auch mal auf den bösen geist zu verzichten. so kam es, dass ich von abends bis mitternacht mit thorwalgh zu wachen habe. von mitternacht bis in den morgen sind jarwam und der alchimist dran, von morgens bis mittags dann viri und matt, und mittags bis abends stehen navealea und yirniar an deck.

als ich meine erste wache hatte, verlief alles ruhig. ich habe mit thorwalgh ein paar übungen in fingerfertigkeit gemacht. wir haben mit dem matrosen wilfried ein wenig gewürfelt, was mir ein paar kupfermünzen einbrachte. das war aber nicht wichtig. interessanter war, was wilfried uns so an seemannsgarn gesponnen hat. er meinte, da wir erst nach norden, dann nach osten und zum schluss nach süden immer in gebührendem abstand entlang der küste führen (welche küste? ich konnte keine erspähen!), würden wir am kontinent mittfest, so um den richtungswechsel nach osten, durchaus auf piraten treffen können. das seien menschen, mit denen das schiff des kapitän graubart bislang immer ganz gut zurecht gekommen sei. aber vor ostfest, das zwischen mittfest und muh gelegen sei, dort solle es ganz wüste piraten geben. die seien ungeheuer schnell und hätten seltsame und sehr gefährliche waffen, und nur sehr wenige seien ihnen jemals entkommen. wilfried selbst habe aber noch keine getroffen, und er sei darüber sehr sehr froh. auch die männer von muh seien sehr seltsam. drei seemeilen vor der küste habe die "perle" zu ankern. dann kämen sie herausgefahren in ihren lila roben und völlig verschleiert und übernähmen ihre fracht. noch nie sei er auf muh an land gewesen. das machte uns betroffen, haben wir doch genau das vor. deshalb taten wir letzteres erst einmal als klassisches seemannsgarn ab. am ende der schicht ging ich mit thorwalgh in die kombüse und wir speisten. meine ration rum lehnte ich natürlich ab. was soll ich damit? ich übte noch ein wenig tanzen (es gelang mir sehr gut) und legte mich dann am morgen in meine hängematte.

am nächten tag unterhielt ich mich mit kapitän graubart. ich erzählte ihm von den geschichten des matrosen wilfried, um die wahrheit zu erfahren. leider bestätigte der kapitän wilfrieds geschichten. am späten nachmittag dann gab ich für die matrosen eien kleinen auftritt an deck. die matrosen freuten sich sehr über die abwechslung, und zum ausgleich lernte ich von ihnen noch ein paar seemannslieder. das war schön. während der abendwache habe ich am horizont eine flugechse gesehen. und ich übte wieder ein wenig tanzen, was mir noch besser gelang als zuvor. herrlich, wenn man fortschritte macht. als dann jarwam zur wachablösung kam, haben wir uns wieder ein wenig besser vertragen, als die tage davor und haben versucht, tanz und kampf ein wenig zu mischen. das sah lustig aus, wie ich schlankes weib herumwirbelte und der hüne von mensch mit armen so dick wie meine hüften sich im tanzrhythmus zu wiegen versuchte. das hat spaß gemacht. ich konnte herrlich schlafen.

am dritten tag auf see haben wir uns endlich mit den ringen befasst, die wir auf dem markt von docht gestohlen haben. den einen ring, der das kleine fach mit schlafgift enthält, hatte navealea sich gewünscht, und sollte ihn bekommen. die anderen beiden ringe mit fächern legten wir erstmal weg. von den fünf mit magischen sprüchen geladenen ringen wussten wir nur, dass zwei ringe der unsichtbarkeit sein sollten. die anderen drei konnten wir nicht identifizieren. doch wie der zufall so spielt, hatte yirniar vom alchimisten eine rolle bekommen. diese rolle war eine der vielen, die wir bei den pfahlbauten in einer der untergegangenen welten mitgenommen hatten. (das war da, wo ich zwischenzeitlich in einer seelenfalle gefangen war.) auf dieser rolle wohl stünde ein spruch, der es ermöglicht, magie zu identifizieren. yirniar machte sich gleich auf, diesen spruch zu entziffern und zu lernen. für jarwam hatte der alchimist auch noch eine kleine gabe. er hatte in seinem reiseschränkchen ein kleines elixier, welches das sehen verändere, und dabei weites als sehr nah erscheinen lasse. jarwam schwang sich flugs auf seinen drachen, trank davon und probierte die wirkung aus.

am vierten tag hatte yirniar die rolle entziffert und den spruch gelernt. er war so nett, auch mich den spruch in mein magiebuch schreiben zu lassen, damit ich diesen spruch auch lernen könne. später dann, als navealea, thorwalgh und ich allein in unserer kajüte waren, haben wir uns noch einmal am reiseschränkchen des alchimisten zu schaffen gemacht. wir wussten, dass dort noch ein paar kerne von der frucht des baumes des lebens sein mussten, die yirniar einst in der welt der götter gestohlen hatte. als wir damals von der frucht probierten, verspürten wir wunderbare wirkungen, und die wollten wir wieder erleben. wir fanden das richtige säckchen. thorwalgh und ich aßen denn auch jeder einen dieser kerne, doch traurigerweise passierte nichts. die anderen kerne nahm navealea an sich. da sie priesterin ist, dachten wir uns nichts dabei. mal sehen, was sie damit vor hat.

nachts dann, als ich mich nach der wache mit thorwalgh schlafen gelegt hatte, gab es plötzlich großes geschrei auf deck. ich war völlig schlaftrunken und wollte mich unwillig auf die andere seite drehen und weiter schlafen. doch das geschrei hörte nicht auf und begann, sich mit kampfgeräuschen zu mischen. also stand ich auf und begab mich zur deckluke. was ich dort sah, fand ich sehr beunruhigend. riesige krakenarme hatten sich auf das schiff gewunden. o nein! wir wurden von einem dekapus attackiert! jarwam, yirniar, thorwalgh und die anderen waren bereits damit beschäftigt, dem ungeheuer den kampf anzusagen. ich war plötzlich hellwach. als ich zwei augen des kraken sah, konzentrierte ich mich, und schoss eine salve magischer pfeile dorthin. eines der augen zerplatzte im nu. das andere auge wurde auch von jemandem getroffen. doch zwei weitere augenpaare erschienen, als kämen sie aus dem unförmigen körper des kraken geklappt. gleichzeitig spritzte eine widerliche schwarze flüssigkeit über deck und traf matt. er schrie auf, zog sich zurück und zwei matrosen begannen, ihn mit wassereimern zu übergießen, um die flüssigkeit von ihm abzuwaschen. ich schoss auch auf die anderen augen, in dem gedanken, das ungeheuer blind und somit kampfunfähig zu machen. eine wüste schlacht war im gange. jarwam in vorderster front hatte viel zu tun und schlug ein tentakel nach dem anderen ab. doch er musste auch sehr viel einstecken. als nur noch ein augenpaar des kraken übrig war, hörte ich den schiffskoch etwas schreien, doch ich verstand ihn nicht richtig. ich zerschoss auch das letzte auge des kraken, der inzwischen nur noch eines seiner einst zehn tentakel hatte. als ich traf, wurde es richtig schlimm. der krake verspritzte wie verrückt unmengen der ätzenden schwarzen flüssigkeit über das deck, und jeder der getroffen wurde, schrie auf. mit seinem letzten tentakel schwang der krake sich über deck und verschwand in den weiten des meeres.

während die matrosen beschäftigt waren, die üble flüssigkeit von deck zu schrubben, erklärte uns der schiffskoch, dass er uns davor gewarnt hatte, die augen des kraken zu beschießen. immer, wenn der krake wegen eines verlorenen auges desorientiert sei, verspritze er diese widerliche suppe, und um das zu verhindern, solle man statt der augen nur die tentakel abhacken. wenn man alle zehn tentakel abgehackt habe, würde üblicherweise der rest einfach über bord geschoben. der krakenkörper sei nämlich ungenießbar. die tentakel hingegen umso mehr. und deshalb gebe es am kommenden tage leckere calamares für alle. also ehrlich, ich mag keine calamares. jedenfalls nicht, solange sie noch leben.

und so sind wir nun also mit der reinigung des schiffes und der heilung der verätzungen beschäftigt und harren der dinge, die noch auf uns warten.

euch derweil alles gute,
eure celewen

hline

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Yirniar (Gast) - 11. Sep, 15:19

Wir sollten mal überlegen, ob wir Regelungen ergreifen für widerliches Verhalten von Gruppenmitgliedern. So wie zum unerlaubeten Spielen mit Puppen.
Derjenige könnte dann auch gleich für alle unser Schiff scheuern.

Thorwalg (Gast) - 13. Sep, 16:53

Hör auf zu zicken du Spitzohr :)
darkrond - 13. Sep, 17:21

thorwalgh spielt mit puppen!
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näää-nänä-nää-nää
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