An die Inflation glaube ich nicht, schliesslich sieht die Idee des Professor Thomas Staubhaar (Direktor HWWI zu lesen BrandEins 7/05) gerade mal ein steuerfreies Einkommen von 7600 EUR im Jahr vor. Das sind gerade mal 633 EUR im Monat, wovon man dann auch Miete zahlen muss, das ist weniger als ein HartzIV Empfänger kriegt, wenn er/sie mehr will muss er halt Arbeiten aber ohne Anrechnung ist da auch ein 400 EUR Job wieder attraktiv und es würden immense Summen in der Verwaltung gespart werden...die Gewerkschaften würden sicher an Bedeutung verlieren, aber sie sind ja jetzt schon fast bedeutungslos, welcher junger Mensch ist da noch Mitglied geschweige denn aktiv?
naja, es gibt zur höhe des bge ja die verschiedensten ideen, und die reichen afaik von 633 bis 1400 euro im monat. über die höhe hab ich in meinem artikel darum auch nichts gesagt, weil mich erstmal die prinzipielle seite von machbarkeit und nichtmachbarkeit sowie von erwünschtheit und nichterwünschtheit interessiert.
(aber meiner meinung macht ein bge für den einzelnen erst dann sinn, wenn es über der pfändungsfreigrenze liegt. :)
Ich finde es macht auch so Sinn und um die ganze Diskussion mit Argumenten von Inflation, Gewerkschaften und eventuell Arbeitsunwilligen führen zu können, braucht man eine Zahl um die es geht bei etwas über 600 EUR ist klar das Arbeitsunwillige entweder sehr arm leben oder arbeiten gehen müssten. Basta kein Kleidungsgeld, keine Zuschüsse für Waschmaschinen und kein Weihnachtsgeld...auch wenn Jemand alt oder alkoholkrank ist ist es zu schaffen für ein paar Stunden die Woche zu arbeiten...für Behinderte gibt es eh Sonderregelungen...die einzige Sache die ich gerade sehe ist wie man die Krankenkasse bezahlen soll..
sinn und zweck des bge ist die abschaffung des (de facto bestehenden) erwerbsarbeitszwangs, wenn man einigermaßen gut leben will. das macht das neue am bge aus. (sonst bräuchte es das bge ja gar nicht, hartz iv haben wir auch so.)
Nein ist es nicht! Also nicht aus meiner Sicht Sinn und Zweck ist die Abschaffung von riesen Behörden die sich Arbeits- und Sozialamt schimpfen und viel Bürokratie schaffen und Millionen für den Staat ineffizient verschwenden..Abschaffung der Macht dieser Institute, Anreiz auch nicht gut bezahlte Jobs zu machen. Erwerbsarbeitszwang ist richtig und gut, wer leben will muss was dafür tun, aber bitte was anderes als stundenlang beim Amt zu stehen zu heulen und Formulare auszufüllen!
Der Ansatz der Abschaffung des Erwerbszwangs führt die ganze Diskussion darum und die Umsetzungsmöglichkeit doch ins Absurdum..
man kann nicht einfach die welt ändern, und sie dann aber weiterhin unter den alten bedingungen betrachten, denn dann landet man tatsächlich in einem absurdum. aber wenn ich darkronds text richtig verstehe, geht es ihm ja gerade darum, ganz grundsätzlich etwas am etablierten weltbild, insbesondere bezüglich der erwerbsarbeit, zu ändern. der wert den arbeit in einem geänderten weltbild hat ändert sich natürlich entsprechend. ich finde. eine arbeitslosenquote von 100% ist für jede gesellschaft erstrebenswert.
ich sehe es genau anders herum: der erwerbszwang führt die ganze diskussion ad absurdum.
in der sich globalisierenden kapitalistischen wirtschaftsordnung ist der glaube an die wiederherstellbarkeit der vollbeschäftigung unter dem vorzeichen der erwerbsarbeit ein bisschen schwierig aufrecht zu erhalten, meinst du nicht? wenn wir nun aber ein wirtschaftssystem haben, dass nicht in der lage ist, allen menschen einen erwerbsarbeitsplatz zu bieten, sie aber gleichzeitig zur aufnahme einer erwerbsarbeit zwingen will, dann passt das ganz offenbar nicht zusammen.
leute, die auch unter androhung von zwang keine menschenwürdige arbeit finden, und damit nur noch subsistieren, werden zwangsläufig nach anderen erwerbsquellen ausschau halten. da diese alternativen erwerbsquellen die begriffe "schwarzarbeit" oder "kriminalität" tragen, ist die folge aus dem arbeitszwang bei nicht-erfüllbarkeit der vollbeschäftigungsverheißung ein mehr an repression seitens des staates, um sein in sich nicht stimmiges modell aufrecht erhalten zu können. das bekommen wir ja bereits heute jeden tag sehr anschaulich präsentiert, wenn wir uns mal umschauen. nun ist mein problem, dass ich kein freund von ausufernden polizei- und überwachungsstaaten bin, und darum gern nach alternativen suche.
das bge erscheint mir als ein ansatz ganz interessant, gerade weil durch dieses modell der heutige arbeitsfetisch hinterfragt wird. ich finde z.b. rationalisierungen einen segen, bedeuten sie doch, dass wir weniger schften müssen, um sie güter des alltäglichen und nicht alltäglichen bedarfs herzustellen. die meisten arbeitnehmer hingegen sehen in rationalisierungen teufelszeug, weil sie angst um ihren arbeitsplatz haben. könnte so ein allgmeines bge den menschen diese angst nehmen? ich denke schon. und damit wäre dann aber ein erster schritt gemacht, endlich mal die wirtschaft den menschen anzupassen, und nicht wie bislang üblich den menschen der wirtschaft. (warum haben wir denn heute gerade in den reichen ländern so viele psychos?)
Das ist revolutionäres Gedankengut, das allerdings nicht schnell zum Erfolg führen wird. Klar finde ich die Idee auch prima ich halte sie allerdings für so unrealitisch wie das Schlaraffenland. Also denke ich schrittweise. Die Abschaffung der Ämter wäre der richtige Schritt in die Richtung, damit die Leute nicht mehr gezwungen werden können, nicht mehr kontolliert und erniedrigt werden. Man kann von 600 EUR leben, nicht luxuriös aber es geht. Wer mehr will kann dann auch einen gering bezahlten Job annehmen ohne dabei Kohle zu verlieren. Es besteht kein Zwang mehr (1EUR Jobs/ABM) es ist die Wahl des Einzelnen, ob er Bock hat oder mehr will. Auch die Angst um einen Arbeitsplatz wäre damit geringer, denn jeder weiß das er ohne große Heckmeck eine Grundversorgung hat. Kleine Teilzeitjobs gibt es überall und ich denke man hätte auch mehr Freude an einer Arbeit für 1000 EUR wenn es letztendlich 1600 sind. Rationalisierung anderes Thema, solange Rationalisierung dazu führt das menschenunwürdige Arbeit in Chemiewerken oder am Fliessband wegfallen, super Sache, es gibt wichtigeres oder interessanteres zu tun. Aber wenn es soweit kommt das Sevicepersonal in Märkten oder sonst wo durch Maschinen oder Computer ersetzt werden, dann geht es mir nicht allein um die Arbeitsplätze, es geht mir um MEIN Wohlbefinden, um mich in einer Welt voller Maschinen, klar ich bin jung und technikaffine, aber was machen Alte, Kinder und Kranke? Wer ist wesen Sklave die Maschinen unsere oder wir die der Maschinen?
(aber meiner meinung macht ein bge für den einzelnen erst dann sinn, wenn es über der pfändungsfreigrenze liegt. :)
Der Ansatz der Abschaffung des Erwerbszwangs führt die ganze Diskussion darum und die Umsetzungsmöglichkeit doch ins Absurdum..
mooooment
@nberlin:
in der sich globalisierenden kapitalistischen wirtschaftsordnung ist der glaube an die wiederherstellbarkeit der vollbeschäftigung unter dem vorzeichen der erwerbsarbeit ein bisschen schwierig aufrecht zu erhalten, meinst du nicht? wenn wir nun aber ein wirtschaftssystem haben, dass nicht in der lage ist, allen menschen einen erwerbsarbeitsplatz zu bieten, sie aber gleichzeitig zur aufnahme einer erwerbsarbeit zwingen will, dann passt das ganz offenbar nicht zusammen.
leute, die auch unter androhung von zwang keine menschenwürdige arbeit finden, und damit nur noch subsistieren, werden zwangsläufig nach anderen erwerbsquellen ausschau halten. da diese alternativen erwerbsquellen die begriffe "schwarzarbeit" oder "kriminalität" tragen, ist die folge aus dem arbeitszwang bei nicht-erfüllbarkeit der vollbeschäftigungsverheißung ein mehr an repression seitens des staates, um sein in sich nicht stimmiges modell aufrecht erhalten zu können. das bekommen wir ja bereits heute jeden tag sehr anschaulich präsentiert, wenn wir uns mal umschauen. nun ist mein problem, dass ich kein freund von ausufernden polizei- und überwachungsstaaten bin, und darum gern nach alternativen suche.
das bge erscheint mir als ein ansatz ganz interessant, gerade weil durch dieses modell der heutige arbeitsfetisch hinterfragt wird. ich finde z.b. rationalisierungen einen segen, bedeuten sie doch, dass wir weniger schften müssen, um sie güter des alltäglichen und nicht alltäglichen bedarfs herzustellen. die meisten arbeitnehmer hingegen sehen in rationalisierungen teufelszeug, weil sie angst um ihren arbeitsplatz haben. könnte so ein allgmeines bge den menschen diese angst nehmen? ich denke schon. und damit wäre dann aber ein erster schritt gemacht, endlich mal die wirtschaft den menschen anzupassen, und nicht wie bislang üblich den menschen der wirtschaft. (warum haben wir denn heute gerade in den reichen ländern so viele psychos?)